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Anteil der Betriebe mit offenen Stellen

Das Handwerk in Oberfranken sucht qualifizierte Fachkräfte

Die positiven Ergebnisse aus den jüngsten Konjunkturumfragen spiegeln sich in den Ergebnissen einer Sonderumfrage „Fachkräftesicherung im Handwerk“ wider. Die gute und stabile Geschäftslage, steigende Auftragszahlen und die hohe Kapazitätsauslastung der Handwerksbetriebe sind für den hohen Anteil der Betriebe mit offenen Stellen für Fachkräfte mit verantwortlich. Horst Eggers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer: „Insgesamt 32% der oberfränkischen Handwerksbetriebe wollen derzeit oder in den kommenden Monaten neue Fachkräfte einstellen. Damit hat sich die Zahl der Betriebe mit offenen Stellen gegenüber der letzten Umfrage im Jahr 2006 verdreifacht. Im Durchschnitt haben die suchenden Betriebe 2,3 Arbeitsplätze zu besetzen“. Horst Eggers weiter: „Unabhängig von den konjunkturellen Einflüssen wird in den nächsten Jahren die Nachfrage nach Arbeitskräften im Handwerk, besonders nach gut ausgebildeten Fachkräften, weiter ansteigen. Wenngleich eine Hochrechnung mit Unsicherheiten behaftet ist, beziffern wir den aktuellen Fachkräftebedarf allein im oberfränkischen Handwerk auf ca. 4.500 Stellen

Die meisten offenen Stellen meldet das Bau- und Ausbaugewerbe

Die positive konjunkturelle Entwicklung in den Bau- und Ausbauhandwerken wirkt sich besonders deutlich auf die Zahl der offenen Stellen in diesen Gewerken aus. Im Bauhauptgewerbe suchen derzeit 54% und im Ausbaugewerbe 37% der antwortenden Betriebe qualifizierte Fachkräfte. Dabei können die suchenden Betriebe im Durchschnitt 2,3 (Bau) bzw. 2,1 (Ausbau) Arbeitsplätze besetzen. Auch das Nahrungsmittelhandwerk sucht Fachkräfte. 24% der antwortenden Betriebe haben hier offene Stellen zu besetzen. Viele offene Stellen bieten die Betriebe des gewerblichen Bedarfs und des Kfz-Handwerks an. Im Durchschnitt hat jeder suchende Betrieb 3,3 (Zulieferer) bzw. 2,4 (Kfz-Handwerk) qualifizierte Arbeitsplätze zu besetzen.

Qualifizierte Fachkräfte werden im Handwerk dringend gesucht

Gesucht werden im oberfränkischen Handwerk vor allem gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte. 68% der Betriebe, die offene Stellen für Fachkräfte melden, suchen Handwerksgesellen. Neben Handwerksmeistern (10%) werden aber auch technische und kaufmännische Angestellte (16%) von den Handwerksbetrieben gesucht. 7% der offenen Stellen richten sich an Hochschulabsolventen.

Immer mehr Betriebe haben Probleme geeignete Fachkräfte zu finden

Der demografische Wandel aufgrund des Rückgangs der Bevölkerungszahlen, der Alterung der Bevölkerung und der sinkende Schülerzahlen lässt das Angebot an qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden sinken. Diese Entwicklungen bereiten bereits heute vielen Handwerksbetrieben Schwierigkeiten bei der Personalsuche. In der aktuellen Umfrage geben 43% der Unternehmen an, dass seit dem letzten Jahr ein erhöhter Aufwand für die Suche nach Personal erforderlich ist. Trotz intensiver Suche konnten sogar 29% der antwortenden Betriebe kein geeignetes Personal finden. Lediglich 28% der Handwerksbetriebe hatten bei der Personalsuche keine Probleme. Im Jahr 2005 lag dieser Wert noch bei 67%.

Unzureichende Qualifikation ist das Hauptproblem bei der Stellenbesetzung

Wie im Jahr 2006 ist die unzureichende Qualifikation der Bewerber mit großem Abstand das Hauptproblem bei der Suche nach Fachkräften im Handwerk. So sind 70% der antwortenden Betriebe mit der Qualifikation der Bewerber nicht zufrieden. 30% der antwortenden Betriebe berichten in der aktuellen Umfrage sogar davon dass, „keine Bewerber auf die Stellen“ vorhanden sind. Gegenüber 2006 nahm dieser Prozentanteil um 11,2%-Punkte zu.

Betriebe setzen vor allem auf die eigene Ausbildung

„Um den aktuellen Fachkräftebedarf zu sichern, setzen die meisten unserer befragten Betriebe auf Eigeninitiative und investieren in Ausbildung und Qualifizierung“, so Horst Eggers. Knapp 64% der Betriebe verstärken bereits heute ihre eigene Ausbildung und weitere 15% wollen auch in der Zukunft die Ausbildung im eigenen Unternehmen noch weiter ausbauen. Horst Eggers weiter: „Im Vergleich zur Umfrage im Jahr 2006 hat sich damit die Bereitschaft zur Verstärkung der eigenen Ausbildung annähernd verdoppelt“. Auch die verstärkte Weiterbildung von Mitarbeitern sehen über die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe als Strategie den Personalbedarf in der Zukunft zu sichern. Die gezielte Anwerbung und Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer spielt nach wie vor eine untergeordnete Rolle im Handwerk.

Bericht - Fachkräftesicherung im oberfränkischen Handwerk  PDF-Datei [301kB]
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