Berufsmessen Handwerk
Handwerkskammer organisiert Erlebniswelt Handwerk für 6000 Schüler - große Praxis- Berufsmessen Handwerk in Bayreuth, Coburg, Bamberg und Hof / Kooperationsprojekt der Handwerkskammer mit über 40 Schulen
Am 3. September 2011 feiert das Handwerk zum ersten Mal einen bundesweiten Tag des Handwerks. Der Tag wird ganz im Zeichen des deutschen Handwerks stehen und die Leistungen und die Bedeutung des gesamten Wirtschaftsbereiches würdigen. Eine Vielzahl von Aktionen auf nationaler und regionaler Ebene wird dabei deutlich machen, dass modernes Leben ohne das Handwerk nicht vorstellbar ist. Was zum Tag des Handwerks alles geboten sein wird, darüber informiert eine eigene Aktionsseite auf www.handwerk.de. Die Galionsfigur beim Tag des Handwerks für die Jugendlichen wird der Comedian und Fernsehstar Simon Gosejohann sein.
Bei der Handwerkskammer für Oberfranken beginnen am 3. September die Vorbereitungen für ein großes Experiment Handwerk, das in den Berufsbildungs- und Technologiezentren der Handwerkskammer in Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof statt finden wird: die so genannten Berufsmessen Handwerk, die zusammen mit den Handwerksinnungen und vielen Handwerksbetrieben akribisch vorbereitet werden und bei denen die Handwerkskammer mit Hauptschulen, Realschulen, Wirtschaftsschulen und sogar Gymnasien zusammen arbeitet.
Zum Hintergrund: Eine forsa-Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks hat gezeigt, dass Jugendliche, aber auch Eltern sehr wenig über das Handwerk wissen. Nur 11 % der Jugendlichen gaben an, in letzter Zeit etwas über das Handwerk gehört oder gelesen zu haben. Viele kennen die meisten Handwerksberufe wenig oder gar nicht. Außerdem halten es nur 52 % der befragten Jugendlichen für attraktiv, im Handwerk zu arbeiten.
Mit diesem Informationsstand und Einschätzungen können die Handwerkskammer und die Innungen nicht zufrieden sein. Und auch die Schulen nicht, so der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer. Das Thema Berufsorientierung haben vor allem die Haupt- und Realschulen fest in ihren Stundenplänen verankert. Deswegen haben die meisten beteiligten Schulen die Berufsmessen Handwerk als obligatorische Veranstaltung für die Schüler festgelegt.
Natürlich können sich Schüler und Eltern heutzutage über Internet informieren, welche Berufe es gibt. Aber wie die Berufe tatsächlich sind, und wie es ist, in einem solchen Beruf auch tatsächlich zu arbeiten, das erfährt man natürlich nicht im Internet. Oft klappt das auch nicht auf den Ausbildungsmessen, bei denen vor allem kleinere Handwerksbetriebe oft fehlen, weil sie Schwierigkeiten haben, einen ganzen Tag lang teil zu nehmen und sich angemessen zu präsentieren. Ein umfassendes Bild des Handwerks, seiner Berufsbilder und der Karrieremöglichkeiten im Handwerk kann dort nicht vermittelt werden.
Deswegen, so Thomas Koller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, wird bei den Berufsmessen Handwerk ein anderer Weg eingeschlagen, um Schülern und Eltern bei der Berufswahl eine Orientierung zu geben. In die Tiefe gehen, Berufe betriebsübergreifend präsentieren, Werkstücke zeigen, lebende Werkstätten aufbauen, Workshops zum mit machen anbieten und vor allem betriebliche Realität darstellen, also zeigen, wie, und mit welchen Werkzeugen und Maschinen heute im Handwerk gearbeitet wird.
Der einzige Platz, wo man so etwas auf die Beine stellen kann, das sind unsere Berufsbildungs- und Technologiezentren, so HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller. Denn dort haben wir Werkzeuge, Maschinen und eben auch komplett eingerichtete Werkstätten für verschiedenste Handwerksberufe.
Neu nach Koller ist aber nicht nur der Standort, sondern auch die Art und Weise, wie die Jugendlichen durch die Berufsmessen begleitet werden. Bei vielen Messen laufen die Jugendlichen selbst durch die Messe, schauen sich an dem einen oder anderen Bereich mal um oder auch nicht und werden eher sich selbst überlassen.
Bei den Berufsmessen Handwerk ist das völlig anders. Erstens werden die Schüler bereits in den Schulen auf die Berufsmesse Handwerk vorbereitet und es werden dann ihre Wünsche und Neigungen abgefragt. Die Schüler können sich Berufsfelder aussuchen, die für sie interessant sind, die Handwerkskammer bekommt von den Schulen dann die Zahl der Klassen und die Klassenstärken mitgeteilt und verteilt dann die Schüler auf die jeweiligen Berufsfelder.
Die Jugendlichen durchlaufen in den Schulungszentren dann nach einer kurzen Begrüßung auch nur diese Berufsfelder und Stationen. Haben sie zum Beispiel den Bereich Bau und Ausbau gewählt, werden ihnen Berufe wie Maler, Glaser, Parkettleger, Maurer, Dachdecker oder Straßenbauer vorgestellt. Im Bereich Metall lernen sie z.B. die Berufe Kfz- Mechatroniker, Metallbauer, Installateur, Feinwerkmechaniker, Elektroniker oder Landmaschinenmechaniker kennen. Und im Bereich Dienstleistung und Gesundheit geht es um Berufe wie Frisör, Fotograf, Zahntechniker, Orthopädietechniker, Bäcker / Konditor oder Schornsteinfeger.
Die Schüler können dann in kleinen Gruppen jeden dieser Handwerksberufe praktisch erleben. Die Innungsbetriebe und Ausbildungsmeister der Handwerkskammer bereiten jede einzelne Berufsstation so vor, dass die Schüler nicht nur sehen, wie in dem betreffenden Beruf gearbeitet wird. Sie dürfen auch in den allermeisten Fällen selbst Hand anlegen und bekommen so ein ganz anderes Gefühl für den jeweiligen Handwerksberuf.
Dass die Berufsmessen Handwerk bestens funktionieren, hat das Pilotprojekt der Handwerkskammer vom letzten Jahr in Coburg gezeigt. Die Initiative kam damals von dem Maler- und Lackierermeister Jens Beland aus Großheirath bei Coburg, Landesvorsitzender der Handwerksjunioren in Bayern, der das Projekt zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Coburg, dem BTZ in Coburg und vielen Innungsbetrieben umgesetzt hat. Damals hatten mehr als 1000 Schüler die Berufsmesse besucht.
Je Berufsbildungs- und Technologiezentrum werden übrigens zwischen 20 und 35 verschiedene Handwerksberufe live vorgestellt. Ohne Unterstützung der Innungsbetriebe wäre dieses Mammutprojekt der Handwerkskammer nicht möglich.
Die Termine der Berufsmessen sind:
• 5. - 6. Oktober: BTZ der Handwerkskammer in Bayreuth, Kerschensteinerstraße 8 - 10, mit Elternabend am 6 Oktober
• 6. - 8. Oktober: BTZ der Handwerkskammer in Coburg, Hinterer Floßanger 1 – Elternabend am 6. Oktober, am 8. Oktober offen für Interessierte
• 8. Oktober: Hof, Mühlstraße 19 - Besonderheit in Hof: die Ausbildungsmesse wird zusammen mit Stadt, Landratsamt und Wirtschaftsjunioren organisiert und findet im beruflichen Schulzentrum Hof - Stadt und Land sowie im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer in Hof statt
• 12. - 13. Oktober: BTZ der Handwerkskammer in Bamberg, Hertzstraße 24a – mit Elternabend am 12. Oktober
Teilnehmer in Bayreuth: ca. 1600 Schüler
• Alle Hauptschulen Stadt und Landkreis: obligatorisch alle 8., 9. und 10. Klassen (1100 Schüler),
• Realschulen: alle 9. Klassen obligatorisch, die 10. Klassen fakultativ (600 Schüler)
• Gymnasien: fakultativ
Teilnehmer in Bamberg: ca. 1400 Schüler
• Alle Hauptschulen Stadt und Landkreis obligatorisch (ca. 1100 Schüler)
• Realschulen und Gymnasien: fakultativ (ca. 300 Schüler)
Teilnehmer in Hof: ca. 1500 Schüler (2500 Besucher im vergangenen Jahr)
• Seit Jahren findet ein Teil der bewährten Ausbildungsmesse in den Werkstätten der HWK statt. Deshalb wird dort die Berufsmesse „Handwerk“ in die bewährte Ausbildungsmesse integriert. Diese wird gemeinsam mit Stadt, Landratsamt und Wirtschaftsjunioren sowohl im beruflichen Schulzentrum als auch in unserem BTZ organisiert.
Teilnehmer in Coburg: ca. 1400 Schüler
• Alle Haupt- und Mittelschulen Stadt und Landkreis Coburg (8. und 9. Klassen – ca. 1100)
• Realschulen (fakultativ) aus Stadt und Landkreis - ca. 300 Schüler
• Alle Haupt- und Mittelschulen (fakultativ) Stadt und Landkreis Lichtenfels und Kronach (8. und 9. Klassen)
• Realschulen (fakultativ) aus Stadt und Landkreis Lichtenfels und Kronach