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Wimpel

Von der Garage in die Chefetage

Die Chefin der AFW Stickerei in Marktleugast ist überglücklich: sie wurde vom „handwerk-magazin" zur Unternehmerfrau des Jahres 2011 gekürt. Sie hatte vor zweieinhalb Jahren den insolventen Handwerksbetrieb "Fahnenfabrik Meinel" übernommen und zur AFW Stickerei neu aufgebaut. Der Anruf von Chefredakteur Holger Externbrink kam aus heiterem Himmel: die Belegschaft der Firma hatte die 50-jährige im Frühjahr nämlich heimlich zu dem Wettbewerb angemeldet. „ Ich war total überrascht, wusste ja von nichts und jetzt bekomme ich die Auszeichnung fast auf den Tag genau drei Jahre, nachdem wir die Nachricht von der Insolvenz der Fahnenfabrik Meinel erhalten hatten.“

Das war damals ein schwerer Schlag für die Stickerin und über 40 Kolleginnen und Kollegen gewesen. „Gleichzeitig ist mein Mann in die Kurzarbeit gegangen, wir wussten zunächst nicht wie´s weitergehen sollte!“ Ihre ehemalige Chefin aber ermutigte sie den Betrieb zu übernehmen. Birgit Rodler zögerte nicht lange. Die Unterstützung ihrer Familie im Rücken nahm sie eine Hypothek auf ihr Eigenheim auf, übernahm die Insolvenzmasse und begann zunächst in einer Garage weiter zu produzieren. Angst vor einem Misslingen hatte sie eigentlich nie. “Wir haben immer gute Arbeit geleistet, standen immer für höchste Qualität, das wissen die Kunden zu schätzen.“ Also galt es erst einmal die Kunden vom Fortbestand des Betriebes zu überzeugen neue Aufträge einzuholen. Tagelang waren sie und ihre ersten Mitarbeiterinnen – Schwester und Cousine – tausende von Kilometern in ganz Deutschland unterwegs. Die Rettung kam dann zunächst vom Deutschen Fußball Bund. „Wir produzieren exclusiv für den DFB die Wimpel, die bei den Länderspielen und Meisterschaften immer vor Spielbeginn übergeben werden und Vieles mehr, solche Großkunden sind enorm wichtig für uns und die hatten auch sofort das Vertrauen in uns, dass wir das weiterhin schaffen. Die Anfänge in der Garage waren hart, erinnert sich die Grafengehaigerin, aber es hat sich gelohnt. Mittlerweile zählt der Betrieb 20 Angestellte, erst im Frühjahr konnte Rodler zwei Saisonarbeiter in die Festanstellung holen. Gerne würde die Stickerin auch ausbilden, seit zwei Jahren sucht sie händeringend nach einem Lehrling. Vielleicht wird ja durch die zu erwartende Publicity etwas ins Rollen gebracht. Am 14. Oktober wurde sie in Köln offiziell mit einer Laudatio von Holger Externbrink vom „handwerk-magazin“ zur Unternehmerfrau des Jahres 2011 ausgezeichnet

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