Energiewende bleibt Dauerthema für das Handwerk
Das oberfränkische Handwerk steht immer noch gut da, so Präsident Thomas Zimmer in seiner Rede vor der Vollversammlung der Handwerkskammer für Oberfranken. Die Konjunktur liegt weiter deutlich über dem saisonüblichen Durchschnitt, auch wenn die Nachfrage im Alltagsbedarf etwas nachgelassen hat.
Auf die Stimmung, so Zimmer, drücken allerdings die steigenden Einkaufspreise. Dies gilt für den Einkauf von Rohstoffen und Materialien gleichermaßen wie für Kraftstoffe, Öl und Strom. Nach den ersten Ergebnissen einer HWK- Sonderumfrage beträgt zwischenzeitlich der Anteil der Energiekosten je nach Gewerk bis zu 15 % der gesamten Kosten. Damit, so Zimmer, „haben sich die Energiekosten im Handwerk seit 2005 verdoppelt bis verdreifacht. Unser politisches Megathema bleibt die Energiewende. Wir setzen uns dafür ein, dass die Energieversorgung nicht nur nachhaltig, sondern auch sicher und preislich wettbewerbsfähig ist und bleibt. Die beste, billigste und umweltfreundlichste Energie ist diejenige, die gar nicht erst produziert werden muss! Deshalb müssen wir viel mehr Nachdruck auf Energieeinsparung und effiziente Energieverwendung legen. Der Gebäudesektor ist hier der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz und für das Gelingen der Energiewende. Denn allein auf diesen Bereich entfallen rund 40 % des gesamten Energieverbrauchs. Die Potentiale für Energieeinsparungen sind hier enorm.“
Und hier haben wir einen schönen Erfolg erzielt. Wir haben mit dazu beigetragen, dass sich das Fördervolumen im CO2-Gebäudesanierungsprogramm ab 2012 bis 2014 auf jährlich 1,5 Mrd. Euro verstetigen wird. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus, um die energetische Sanierungsrate - wie erforderlich - zu verdoppeln. Hierzu ist eine ergänzende steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungsmaßnahmen unerlässlich. Sie wäre endlich ein positives Signal für Deutschlands Hauseigentümer, insbesondere für den Mietwohnungssektor. Hausbesitzer und vor allem Vermieter von Wohnungen sind inzwischen so verunsichert, dass die Sanierungsrate deutlich zurückgegangen ist. Die steuerliche Absetzbarkeit ist ein einfaches, aber motivierendes Instrument auf dem Weg in eine energieeffiziente Zukunft“.
Kontraproduktiv und völlig unverständlich für die HWK sind in diesem Zusammenhang Überlegungen der Finanzminister, den Handwerkerbonus zu beschneiden.
Zimmer weiter: „Bei der grundsätzlich richtigen Senkung der Photovoltaikförderung haben wir uns für einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Stromabnehmer und den Handwerkern, die Photovoltaikanlagen montieren, eingesetzt. Die getroffene Übergangsregelung wurde vom Bundesrat aber vorerst abgelehnt. Dies würde bedeuten, dass die EEG-Umlage und damit die Strompreise weiter steigen. Das kann nicht in unserem Interesse sein: Wir müssen Acht geben, dass die EEG-Umlage die generell steigenden Energiepreise nicht zusätzlich explodieren lässt. Das wäre dann ein Konjunkturkiller schlechthin.“
Ein wichtiges Signal für die Zukunft der Berufsbildung, so Zimmer, hat der Deutsche Qualifikationsrahmen gesetzt. Deutlich gestärkt wurde die berufliche Ausbildung im Handwerk mit der Anerkennung der Gleichwertigkeit von Meisterbrief und Bachelor- Abschluss. „Auf den Punkt gebracht bedeutet dies: Die berufliche und die akademische Bildung ist für gleichwertig erklärt worden. Unsere vorbildliche Ausbildung im Handwerk hat dadurch an Attraktivität gewonnen und die Karrieremöglichkeiten sind transparenter geworden.“
Seite aktualisiert am 02. Juli 2012, online seit 05. Juni 2012
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