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Wimpel

Fußball-WM: Philip Lahm übergibt oberfränkische WM-Wimpel

Jede Spieleröffnung der deutschen WM- Mannschaft mit Unikaten der AFW Creativ Stickerei aus Marktleugast

Bisher hat sich Mannschaftskapitän Philip Lahm bei der traditionellen Übergabe der ersten Wimpels recht ordentlich angestellt hat. „Mit Michael Ballack waren wir auch zufrieden, bei Oliver Kahn haben wir allerdings immer gezittert, der hat unsere schönen Wimpel immer irgendwie verknickt übergeben“, resümiert Bernhard Schubert schmunzelnd. Schubert ist einer der Geschäftsführer der AFW Creativ Stickerei in Marktleugast im Kreis Kulmbach. In dem kleinen oberfränkischen Ort werden seit 35 Jahren für jedes Länderspiel der Fußball- Nationalmannschaft die Übergabewimpel für die Fußball- Nationalmannschaft hergestellt.

11 Stück wurden bis Anfang Mai zugeschnitten, gestickt, genäht und konfektioniert, die ersten drei für die Vorrunde waren voll beschriftet: FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 Südafrika, dann die Gegner Australien, Serbien und Ghana, mit Datum und Ort. Die anderen sechs Wimpel sind etwas vager gehalten, jeweils zwei Versionen mit unterschiedlichen Datumsangaben für das Achtelfinale – am 26. oder 27.Juni, das Viertelfinale – am 2. oder 3. Juli, das Halbfinale am 6. oder 7. Juli, das Spiel um Platz drei am 10. Juli und natürlich auch für das Finale am 11. Juli in Johannesburg.

Dass sie sich die viele Arbeit nicht umsonst gemacht haben, ist sich Schubert sicher: „Wir kommen ins Endspiel und das geht gegen Argentinien“, dann allerdings verlässt den FC Bayern Fan der Mut, „Weltmeister wird Argentinien, wir haben zu viele Ausfälle diesmal, bei der Mannschaft ist irgendwie der Wurm drin.“ Der steckte auch in der Firma, denn im Oktober 2008 musste das ursprüngliche Unternehmen „Meinel Mützen“ Insolvenz anmelden. Aber die Mitarbeiter gaben nicht auf. Bereits im Juni 2009 gründeten vier ehemalige Meinel Mitarbeiter AFW Creativ. Das neue Unternehmen startete zunächst mit fünf Mitarbeitern, mittlerweile sind 19 Menschen dort beschäftigt. Eine der mutigen Gründungs- Frauen ist Birgit Rodler: „Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, wenn man sich unsere Mitarbeiter ansieht, die sind alle um die 40, 50 Jahre alt, wir hätten keine Perspektive mehr auf dem Arbeitsmarkt gehabt, wir sind stolz auf uns.“

Stolz war Birgit Rodler auch im Jahr 1990, damals übergab Lothar Matthäus im Finale am 8. Juli im Olympiastadion in Rom den deutschen Wimpel an den Kapitän der argentinischen Gegnermannschaft. Damals wurde Deutschland ja bekanntlich zum letzten Mal Weltmeister und der Final-Wimpel stammte ebenfalls aus Marktleugast, genauer gesagt, direkt aus den Händen von Birgit Rodler höchstpersönlich. Deshalb ist sie ist auch optimistischer als ihr Kollege Schubert: „Wir werden dieses Jahr Weltmeister – egal gegen wen!“

Der Deutsche Fußballbund lässt seine offiziellen Wimpel für die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika bei der AFW Creativ Stickerei in Mannsflur (vorher Meinel) anfertigen. Für die Geschäftsführer Berhard Schubert und Birgit Rodler (hinten) und Mitarbeiterin Sabine Wiedel ist das „eine große Ehre“. Bild: Beetz / Rundschau.

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