Fast 700 Schülerinnen und Schüler erlebten im Bildungszentrum Bayreuth der HWK für Oberfranken einen Vormittag im Handwerk und einen Schultag mit praktischem Lerneffekt
Quelle: HWK

Bayreuth. Roboter selbst programmieren, virtuell lackieren oder schweißen, digitale Helfer in der Arbeitswelt nutzen – das stand für fast 700 Schülerinnen und Schülern aus vier Bayreuther Gymnasien, drei Realschulen aus Bayreuth, Pegnitz und Gefrees sowie der Gesamtschule Hollfeld während der Aktionswoche „Digitales Handwerk“ auf dem Stundenplan. Die Jugendlichen besuchten dabei jeweils an einem Vormittag das Bayreuther Bildungszentrum der HWK für Oberfranken und erlebten einen Schultag mit praktischem Lerneffekt.

In einem rund vierstündigen Rundgang mit insgesamt sechs Stationen schnupperten die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen in unterschiedliche Berufe hinein und lernten dabei insbesondere verschiedene digitale Werkzeuge nicht nur kennen, sondern konnten diese auch eigenständig ausprobieren. So zum Beispiel das Schweißen und Lackieren in virtueller Umgebung, ohne dass Mensch oder Material zu Schaden kam. Sie testeten Exoskelette, einen Roboter als Hilfsmittel, erfuhren viel über notwendige Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Hoch-Volt-Technik in Elektroautos und machten sich ein Bild davon, inwieweit moderne CNC- und CAD-Technik bei der Metall- und Holzverarbeitung bereits verbreitet ist. Ein Vortrag über die Optionen zu Ausbildung und Karrierechancen im Handwerk rundete den Besuch im Rahmen eines „Tags des Handwerks an bayerischen Schulen“ ab.

„Bei der Ausgestaltung des Rundganges war es uns besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler selbst tätig werden und die unterschiedlichen Anwendungen auch ausprobieren können“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Reinhard Bauer. „Nur so können die Jugendlichen erleben, wie modern und zukunftsorientiert das Handwerk mittlerweile arbeitet, so dass Interesse für eine Ausbildung geweckt werden kann.“

Handwerk ist modern aufgestellt

Viele der Jugendlichen waren überrascht, wie viele digitale Werkzeuge und Technologien im Handwerk bereits zum Einsatz kommen. Und wie viel Know-how scheinbar einfache Tätigkeiten wie etwa das Fahrzeuglackieren erfordert. Einige erlebten das Handwerk auch anders, als sie sich es vorher vorgestellt hatten. Beispielsweise Tessa Becker aus der 9. Klasse des Gymnasium Christian-Ernestinum: „Am Anfang habe ich mich nicht so für die Handwerksberufe interessiert, aber nach den ersten beiden Stationen, die wirklich spannend waren, ist dies vielleicht eine berufliche Richtung, für die ich mich entscheiden könnte.“

Aussagen wie diese erhofft sich HWK-Präsident Graßmann, der sich ein Bild des Aktionstags machte. „Man hat gut gesehen, dass sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem Handwerk auseinandersetzen und beschäftigen und sich ein eigenes Bild machen. Genau diese wertfreie und ergebnisoffene Berufsorientierung wünschen wir uns.“ Gerade Abiturientinnen und Abiturienten und Schulabgängern mit Fachabitur biete das Handwerk enorme Möglichkeiten und interessante Berufsbilder. „Diese müssen sie aber erst einmal kennen!“

Hintergrund

Der „Tag des Handwerks an bayerischen Schulen“ geht auf eine Initiative der Bayerischen Staatsregierung aus dem Jahr 2022 zurück. Mit diesem Aktionstag, der erstmals im Schuljahr 2022-23 durchgeführt wurde, verpflichtet die Staatsregierung alle allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen in Bayern, für die Jahrgangsstufen, für die Berufsorientierung im Lehrplan steht, Handwerk erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt aller Aktionen und Initiativen stehen dabei praktische Einblicke.

Angebote zum Tag des Handwerks an bayerischen Schulen gibt es auf der Plattform tagdeshandwerksoberfranken.de