Hauptgeschäftsführer Thomas Koller, die Vize-Präsidenten Karl-Peter Wittig und Matthias Graßmann, die Geschäftsführer Rainer Beck und Dr. Bernd Sauer und Präsident Thomas Zimmer stellen die sechs Themen vor, die die HWK für Oberfranken 2017 vorantreiben wird.
Andreas Harbach
Hauptgeschäftsführer Thomas Koller, die Vize-Präsidenten Karl-Peter Wittig und Matthias Graßmann, die Geschäftsführer Rainer Beck und Dr. Bernd Sauer und Präsident Thomas Zimmer stellen die sechs Themen vor, die die HWK für Oberfranken 2017 vorantreiben wird.

#einfachmachen - das Motto für das Handwerk 2017

Jahrespressegespräch der Handwerkskammer für Oberfranken am 19. Januar in Obergräfenthal

Oberfranken (19. Januar 2017). Trotz des besten Konjunkturberichts der Handwerkskammer seit 25 Jahren hat sich die HWK für das Jahr 2017 gleich sechs Schwerpunktthemen auf die Fahnen geschrieben: die Fachkräftesicherung, die Stärkung der beruflichen Bildung, die Sicherung des Standortes Oberfranken, die Digitalisierung im Handwerk, die Bewahrung des oberfränkischen Kulturerbes und – vielleicht themenübergreifend als Motto für alle anderen Punkte:  #einfachmachen, den Slogan der Imagekampagne des Deutschen Handwerks für das Jahr 2017.

„Unser Ziel ist es, Jugendlichen den Druck bei beruflichen Entscheidungen zu nehmen“, verdeutlicht HWK-Präsident Thomas Zimmer. „Viele Jugendliche beginnen heute ein Studium, weil sie unsicher sind, was sie werden wollen, da scheint ihnen das Studium der einfachste erste Schritt. Getreu dem Sprichwort „Probieren geht über Studieren“ wollen wir, dass die Jugendlichen sich einfach mal praktisch ausprobieren, um zu sehen, welcher Beruf zu einem passt. Jede Erfahrung zahlt sich aus, so Zimmer. Und auf eine abgeschlossene duale Ausbildung kann man jederzeit in jede Richtung aufbauen.“

Stand 31.12.2016, so Zimmer, gibt es in Oberfranken 16.192 Handwerksbetriebe (+0,1% im Vergleich zum Vorjahr) mit 75.000 Beschäftigten (+0,5%), die einen Jahresumsatz von 7,3 Milliarden EURO (+1,9%) erwirtschaftet haben. „Besonders erfreulich“, so Präsident Zimmer, „ist die Zunahme der Lehrlingszahlen auf 5801 (+1,2%) und vor allem die Zunahme der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse um 5,3 % auf 2643. Das ist ein Wert, bei dem wir sogar bayernweit an der Spitze liegen“.

„Wir führen diesen Erfolg auch auf unsere seit Jahren bewährten Projekte zur Fachkräftesicherung zurück, so der Kammerpräsident. So die Berufsmessen Handwerk die jedes Jahr 5.000 Schüler besuchen. Oder die über 500 Handwerkspaten und das HWK- Nachwuchsteam, die in den Schulen und bei den Eltern für das Handwerk werben. Ganz wichtig dabei, so Zimmer: „Wir wollen jeden in Ausbildung bringen – für den leistungsschwächeren Schüler haben wir genauso Angebote wie für LeistungsstärkereSchüler. Vorbildlich seien auch Projekte wie die ECN- Schule im Raum Coburg, für Mittelschüler, die eine zweite Chance bekommen, um ihren Abschluss doch noch zu schaffen, übrigens mit einer Erfolgsquote von 100 Prozent.

„Auch wenn das Meister-BAföG ausgeweitet worden ist und Meister und Bachelor gleichgestellt worden sind: Wir brauchen einen Pakt für berufliche Bildung in Deutschland“, so Hauptgeschäftsführer Thomas Koller. „International genießt die duale Ausbildung ein sehr hohes Ansehen. Bei uns aber verzeichnen wir ein extremes Ungleichgewicht bei den Studenten- und Lehrlingszahlen und vor allem bei der Finanzierung von akademischer und beruflicher Bildung. Für den Standort Oberfranken ist es immens wichtig, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren“.

Koller stellte anschließend die Erwartungen des Handwerks an die Bundestagswahl 2017 vor und warnte davor, trotz der aktuellen Flüchtlingskrise und der Instabilitäten nicht zentrale Fragen der Sozial- und Wirtschaftspolitik zu vernachlässigen.

Einen guten Start, so Koller hat das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH), Schaufenster Süd bei der Handwerkskammer hingelegt. Beim Thema Digitalisierung im Handwerk, auch beim Thema Elektromobilität, sind war ganz vorne dran. Neben 20 Informationsveranstaltungen zu verschiedensten Themen mit jetzt schon 1000 Teilnehmern wurden für erste Handwerksberufe erste Digitalisierungslösungen vorgestellt. Dies wird im Jahr 2017 auf weitere Berufe ausgedehnt, so Koller. „Sehr positiv für das Handwerk ist die Einführung des Digitalbonus.Bayern, mit dem Digitalisierungsmaßnahmen und Maßnahmen zur Verbesserung der IT- Sicherheit im Handwerk bezuschusst werden können“.