Politische InteressenvertretungHandwerk mit Protest der Landwirte solidarisch

Streichung der Subventionen treffen regionale Wertschöpfungsketten, die gerade in der Genussregion Oberfranken systematisch und erfolgreich aufgebaut wurden.

Oberfranken. Das oberfränkische Handwerk zeigt sich mit dem Protest der Landwirte der Region solidarisch. Die Bundesregierung konterkariere mit ihren einseitigen Sparplänen jahrelange Bemühungen um eine Stärkung der Regionalität und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelversorgung, betont der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann. „Die Belastungen der Betriebe und der Menschen steigen weiter. Allerdings ohne, dass es für den Haushalt 2024 wenigstens ein durchgängiges Konzept gäbe, das auch den Reformstau angehen würde, dessen Auflösung für die Wirtschaft und das Handwerk so wichtig wäre.“

Kritik äußert auch der Vizepräsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Christian Herpich. „Gerade in der Genussregion Oberfranken haben wir ein beispielloses Netzwerk zwischen der heimischen Landwirtschaft und den heimischen Lebensmittelhandwerker geschaffen, dass nicht nur auf die Qualität der Lebensmittel abzielt, sondern auch auf die regionale Herkunft“, erklärt der selbstständige Metzgermeister. Wenn jetzt die oberfränkischen Landwirte durch die Streichung der Steuererleichterung für Diesel und der wegfallen Befreiung der Landmaschinen von der Kfz-Steuer zusätzlich belastet werden, bestehe die Gefahr, dass weitere Bauern ihren Hof aufgeben – oder alternativ die Kosten an die Lebensmittelhandwerker und an die Kunden weitergeben. „Unterm Strich“, so Herpich, „verteuern sich regionale Lebensmittel weiter und verlieren angesichts der steigenden Kostenbelastung für alle weiter an Wettbewerbsfähigkeit.“

Damit zögen die Sparmaßnahmen, die vordergründig in erster Linie die Landwirte treffen, immer weitere Kreise und würden sowohl Verbraucher auch als Betriebe mehrfach belasten. Herpich weiter: „Wir sehen natürlich, dass Reformen und Sparbemühungen notwendig sind. Diese Einzelmaßnahmen können aus unserer Sicht aber nicht der Weg aus der Krise sein.“