Steinmetzmeisterin Franziska Heinl
HWK für Oberfranken

SteckbriefFranziska Heinl - Steinmetzmeisterin

Zwischen Mut und Material

Franziska Heinl war schon immer begeistert davon, mit ihren Händen etwas zu erschaffen. "Ich liebe es, etwas anzufassen, zu formen, zu gestalten - und am Ende dann zu sehen, was ich geschaffen habe." Doch ihr Weg ins Handwerk war nicht einfach. Bereits nach Abschluss ihres Gestaltungsabiturs inklusive Praktikum wurde ihre Bewerbung um eine Lehrstelle von einem Natursteinbetrieb abgelehnt, weil es dort keine Sanitäranlagen für Frauen gab. Diese Erfahrung zeigte ihr, wie herausfordernd der Einstieg in ein männerdominiertes Umfeld sein kann.

Dennoch wagte sie den Schritt in eine Ausbildung zur Steinmetzin und fand nach einigen Jahren in einem Betrieb in Thiersheim eine berufliche Heimat. Doch dieser ging insolvent und Franziska musste sich die Frage stellen, wie es weitergehen soll. Aufhören war jedenfalls keine Option für sie. Sie wollte unbedingt in ihrem Beruf weitermachen, absolvierte deshalb die Meisterschule und gründete 2024 ihren eigenen Ein-Frau-Betrieb in Thiersheim. Mit 38 Jahren und einem 12-jährigen Kind bewegt sie sich täglich zwischen Verantwortung und Leidenschaft – aber genau darin liegt ihre Stärke.

Dieser Schritt in die Selbstständigkeit war anfangs mit Unsicherheiten verbunden. Rückblickend sagt Franziska selbst: "Es braucht viel Mut. Die Angst vor dem Scheitern ist da – aber man kann es trotzdem schaffen." Heute sieht sie in dem beschrittenen Berufsweg eine Riesen-Chance. Insbesondere bei der Auftragsgewinnung hat sie das Gefühl, dass sie sich durch ihre qualitative Arbeit und ihre Art der Präsentation ganz besonders auszeichnen kann. Deshalb lautet ihr persönliches Fazit auch: "Das Handwerk ist das Beste, was mir je passiert ist." 

Als Frau muss man oft mehr zeigen – mehr Stärke, mehr Können.



Videoporträt von Franziska Heinl: