Politischer Dialog im BTZ Bayreuth
Stefan Dörfler
Politischer Dialog im BTZ Bayreuth

Ausbau zum Digitalen Innovations- und Anwenderzentrum

Politischer Dialog mit Mandatsträgern des Bundestages und des Bayerischen Landtags

Bayreuth. Die Handwerkskammer für Oberfranken will das bei ihr angesiedelte Schaufenster Süd des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) zu einem Digitalen Innovations- und Anwenderzentrum ausbauen. Und erhofft sich dabei auch Unterstützung durch die oberfränkischen Mandatsträger. Dies machte der Hauptgeschäftsführer der HWK für Oberfranken, Thomas Koller, bei einem politischen Dialog mit zehn oberfränkischen Abgeordneten des Deutschen Bundestags beziehungsweise des Bayerischen Landtags deutlich. Außerdem skizzierte die HWK neue mögliche Wege bei der Nachwuchsgewinnung.

Der Einladung zu einem politischen Dialog, die die Handwerkskammer ausgesprochen hat, waren viele der oberfränkischen Abgeordneten gefolgt. Neben den beiden Parlamentarischen Staatssekretären Thomas Silberhorn (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Anette Kramme (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) sowie Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote waren aus dem Bundestag Emmi Zeulner, Andreas Schwarz und Dr. Silke Launert gekommen, aus dem Landtag waren Gudrun Brendel-Fischer, Susann Biedefeld, Klaus Adelt und Dr. Christoph Rabenstein vertreten.

Die Kammer gab den Politikerinnen und Politikern vor allem Einblicke in die Situation  des Handwerks vor Ort. Das hat starke Zahlen parat, aber durchaus auch Sorgen. „Wir haben zwar 2016 erstmals seit zehn  Jahren wieder ein Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen“, erklärte der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer. „Dennoch bleibt die Nachwuchssicherung die zentrale Herausforderung des Handwerks.“ So fehlten in Oberfranken über alle Bereiche und Branchen hinweg insgesamt bereits jetzt rund 14.000 beruflich qualifizierte Fachkräfte. Daher hoffe er, so Zimmer, dass die Politik beim Pakt für berufliche Bildung, der in Bayern beschlossen wurde, mehr Fahrt aufnehme und diese Initiative – analog zum Hochschulpakt – bundesweit ausgerollt werde. Und damit deutlich mehr Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Die damit einhergehende Gleichstellung der beruflichen mit der akademischen Bildung – eine langjährige Forderung des Handwerks – unterstützen alle Parlamentarier über die Parteigrenzen hinweg. Allerdings wurden die Möglichkeiten, das erfolgreiche und international hoch angesehene System der Dualen Ausbildung zu stärken, intensiv und zwischen den Parteien auch durchaus kontrovers debattiert.

Der Präsident der HWK für Oberfranken sprach den Abgeordneten der verschiedenen Parlamente beim Politischen Dialog seinen Dank für ihren Einsatz rund um das EU-Dienstleistungspaket aus. „Die schnelle, geschlossene Reaktion der Politik auf Landes- und Bundesebene ist ein klares und starkes Signal Richtung Brüssel gewesen.“ Ein Signal, das angekommen sei. Denn inzwischen haben sich die Mitgliedsstaaten über das EU-Dienstleistungspaket geeinigt und wesentliche Forderungen der deutschen Politik seien aufgenommen worden. Bundestag und Bundesrat hatten wegen des geplanten EU-Dienstleistungspakets gemeinsam eine Subsidiaritätsrüge gegen die Kommission erhoben.

Neue Wege für den Nachwuchs

Dass das Handwerk in Oberfranken gemeinsam mit der Handwerkskammer bei der Nachwuchsgewinnung auch neue Pfade einschlägt, erläuterte Thomas Koller anhand des Ansatzes „Kompetenzverbund Denkmalwissenschaften/Denkmaltechnologien“. In dessen Rahmen könnte gemeinsam mit den Projektpartnern Uni Bamberg, der Hochschule Coburg und den Kompetenzzentren der bayerischen Handwerkskammern ein Dualer Studiengang mit Bachelorabschluss in Denkmalwissenschaften/Denkmaltechnologien entwickelt werden. „Diese Absolventen helfen auf der einen Seite, weil sie den praktischen Blick in die Forschungsarbeit an den Universitäten bringen. Und sie helfen in den Betrieben als ausgebildete Fachkraft mit neuesten wissenschaftlichem Wissen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer die Intention des neuen, dualen Studiengangs. 

Hilfe zur Digitalisierung wird gut angenommen

Neben dem Schwerpunkt Berufliche Bildung/Nachwuchssicherung ist die Digitalisierung das zweite große Thema, das im Handwerk aktuell mit Nachdruck bearbeitet wird. Ein großer Stützpfeiler dafür ist das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH), dessen Schaufenster Süd im April des vergangenen Jahres an der HWK für Oberfranken seine Arbeit aufgenommen hat. Projektleiterin Johanna Erlbacher stellte den Mandatsträgern die Arbeit des KDH anhand der ersten Umsetzungsprojekte mit einem Maler, einem Bäcker, einem Orthopädiemechaniker und einer Brauerei exemplarisch vor. Und Thomas Koller formulierte als Hauptgeschäftsführer die Vision dazu. „Nachdem der Start unseres KDH so gut war, stoßen wir bereits jetzt an unsere Kapazitätsgrenzen“, erklärte Koller. Daher habe sich die HWK Gedanken um eine Weiterentwicklung der erfolgreichen und für die Betriebe notwendigen Arbeit gemacht. Der Plan: „Wir wollen das KDH zu einem digitalen Innovations- und Anwendungszentrum ausbauen.“

Bayreuth, 26. Mai 2017

Michaela Heimpel
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