Tablet mit Ansicht von Daten zur Geschäftslage in den einzelnen Handwerkszweigen der HWK

Konjunktur III. Quartal 2026Erwartungen bleiben verhalten, Indikatoren drehen ins Positive


Zusammenfassung



Bei der Konjunkturumfrage im oberfränkischen Handwerk im III. Quartal zeigt sich ein positives Bild: Der Geschäftsklimaindex steigt auf 88 Punkte und die Umsätze und Zahl der Beschäftigten steigen im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Die Auftragseingänge und Bestände bleiben auf einem stabilen Niveau. Die Erwartungen bleiben hingegen verhalten: Nur 75 Prozent der Betriebe rechnen mit einer befriedigenden oder guten Beschäftslage in den kommenden Monaten.






Pressemitteilung

8. Oktober 2026



Bayreuth/Oberfranken. „Die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage für das III. Quartal des Jahres spiegeln unsere Botschaften an die Politik Eins zu Eins wider.“ Matthias Graßmann, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, hat mit Spannung auf die Ergebnisse des Quartalsberichts des oberfränkischen Handwerks gewartet. „Wir legen beim Geschäftsklimaindex leicht zu, verzeichnen insgesamt steigende Umsätze, beschäftigen wieder mehr Mitarbeitende. Was das Handwerk hemmt, ist der Blick in die Zukunft.“ Denn die Erwartungen sind im Vergleich zum Herbst 2025 zwar positiver, bleiben insgesamt abwartend. „Die Bewertungen zeigen einerseits unsere Stärke. Gleichzeitig aber auch das fehlende Vertrauen in die politischen Entscheidungen. Konkret darin, dass die Bedürfnisse des Handwerks und Mittelstands bei den anstehenden Reformen adäquat berücksichtigt werden.“

Grafischer Verlauf des Geschäftsklimaindexes von 2018 bis 2026 mit dem Endpunkt 88
HWK für Oberfranken

Die Zahlen, auf die Graßmann seine politische Analyse gründet: Im III. Quartal 2026 ist der Geschäftsklimaindex um einen Punkt auf 88 gestiegen. Im Vergleich zum Herbst 2025 liegt der Index um zwei Punkte höher. Gleichzeitig geben 82 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden 420 Betriebe an, ihre konjunkturelle Lage sei gut (36,2 %) oder zumindest befriedigend (45,5 %). Dies ist innerhalb eines Jahres ein Plus von vier Prozent. Diese positive Entwicklung findet im Aufbau an Beschäftigten eine Parallele: Insgesamt haben vier Prozent mehr Betriebe als noch im Frühjahr diesen Jahres einen Zuwachs bei ihren Beschäftigten gemeldet. Eine positive Tendenz zeigt auch die Umsatzentwicklung, bei der insgesamt 72 Prozent der Betriebe gleichbleibende oder steigende Umsätze benennen – ein Plus von zwei Prozent zum II. Quartal 2026 und vier Prozent zu Vorjahresquartal, wenngleich sich innerhalb der Kategorien gleichbleibende beziehungsweise steigende Verschiebungen zeigen. Stabil bleiben dagegen die Auftragseingänge und die Auftragsbestände, während die Kapazitätsauslastung weiter leicht ansteigt und das höchste Niveau seit dem II. Quartal 2024 erreicht.

Balkendiagramm mit Zahlen zu Beschäftigten, Umsätzen und Auftragseingängen vom 3. Quartal 2025 bis zum 3. Quartal 2026
HWK für Oberfranken

Grafischer Verlauf des Auftragsbestands von 2018 bis zum 3. Quartal 2026
HWK für Oberfranken

Bleiben die Erwartungen hinsichtlich der künftigen konjunkturellen Entwicklung: 75 Prozent der befragten Betriebe rechnen für die kommenden Monate mit einer befriedigenden oder guten Geschäftslage – spürbar mehr als im III. Quartal 2025 (70 %), aber saisonal bedingt weniger als in den Prognosen aus dem II. Quartal 2026 (78 %).

Auch der Hauptgeschäftsführer der HWK, Reinhard Bauer, sieht die Rahmenbedingungen als Ursache für den noch zaghaften Ausblick der oberfränkischen Handwerksbetriebe. „In der Gesamtschau der innenpolitischen Entwicklungen und der großen außenpolitischen Unsicherheiten, sehen unsere Handwerkerinnen und Handwerker durchaus ihr eigenes Potenzial. Sie verlassen sich aber nicht darauf, dass sie künftig besser unterstützt oder stärker entlastet werden.“ Eine Gemengelage, die zwar die grundsätzliche Stabilität und Robustheit des Handwerks nicht erschüttere, gleichzeitig aber größere Entwicklungsschritte verhindere.

Bauer rechnet allerdings damit, dass das Handwerk in Oberfranken weiter stetig an Fahrt aufnimmt, gerade hinsichtlich der Beschäftigungsverhältnisse. „Die Wertigkeit eines handwerklichen Berufs wird wieder besser wahrgenommen, die guten Perspektiven werden wieder stärker gewichtet.“



Einschätzungen aus den einzelnen Handwerkszweigen

  • Die Konjunktur im Bauhandwerk, entwickelt sich wieder positiver (-4 % schlechte Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal und -5 % zum Vorjahresquartal). Insgesamt 87 % der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als mindestens befriedigend.
  • Auch im Ausbauhandwerk wird die Geschäftslage positiver bewertet. Mit 86 % geben deutlich mehr Betriebe als im Vorquartal (80 %) und dem Vorjahresquartal (76 %) ihre Lage mit mindestens befriedigend an.
  • Die Einschätzung der Geschäftslage der Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs sinkt wieder. Nur noch 73 % der Betriebe berichten von guten oder befriedigenden Geschäften, das sind 6 % weniger als im Vorquartal (+ 2 % zu III/2025).
  • Im Kfz-Handwerk ist die Stimmung wieder eingetrübt. Schätzten im Vorquartal noch 93 % der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein, sind es jetzt nur noch 80 %. Auch im Vergleich zum Vorjahreswert von 92 % ist das ein deutlicher Rückgang.
  • Die Geschäftslage in den Nahrungsmittelhandwerken erholt sich mit 78 % guten oder zumindest befriedigenden Einschätzungen im Vergleich zum Vorquartal (62 %), bleibt jedoch noch deutlich unter den Vorjahreswerten (82 %).
  • Die Lage der Gesundheitshandwerke trübt sich deutlich ein. Nur noch 75 % der Betriebe schätzen die Geschäftslage mindestens befriedigend ein. Sowohl im Vorquartal als auch dem Vorjahresquartal bewerteten dagegen 100 % der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend.
  • Im Friseur- und Kosmetikhandwerk bleibt die Geschäftslage im Vergleich zum II. Quartal 2026 stabil (77 % gute oder befriedigende Einschätzungen) und liegt über den Werten des Vorjahresquartals (74 % gute oder befriedigende Einschätzungen).