HWK zu Besuch beim Fahrzeugbauunternehmen in Mainleus (von links): Geschäftsleiter Peter Hofmann, HWK-Präsident Matthias Graßmann, HWK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer, Geschäftsleiterin Monika Hofmann und HWK-Geschäftsführer Rainer Beck stehen vor einem Renntruck und neben einem Anbauteil für Fahrzeuge.
Hofmann Fahrzeugbau GmbHMit einem guten Team ist alles einfacher
Die Hofmann Fahrzeugbau GmbH in Mainleus, bei der die Handwerkskammer ihre „Handwerks-Werkstatt 2026“ abhält, hat ihre eigene Strategie, um ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. Erfolgsfaktoren sind die seit Jahren hohe Ausbildungsquote und das Bemühen um die Kolleginnen und Kollegen. Das Credo von Monika und Peter Hofmann, die sich die Geschäftsleitung teilen. „Die Mitarbeiter müssen einfach zufrieden sein. Mit einem guten Team ist alles einfacher.“
Die Hofmann Fahrzeugbau baut an ihrem Standort in Mainleus unter anderem Begleitfahrzeuge für den Motorsport, TV-Übertragungswagen oder Präsentationstrucks, macht Kofferaufbauten oder Getränkelaster und repariert auch. „Da wir die meisten unserer Produkte selbst herstellen, reicht es eben nicht, wenn jemand Bausätze gut montieren kann.“ Daher investiere der Betrieb viel in die Ausbildung eigener Kräfte. „Die Ausbildung ist wirklich anspruchsvoll, wir brauchen großes Knowhow für unsere Produkte und Entwicklungen.“
Mit der guten Ausbildung allein ist es aber nicht getan, Peter und Monika Hofmann kümmern sich intensiv um ihre Belegschaft, die 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfasst. Es sei wichtig, dass diese Mitarbeiter zufrieden sind. Dazu gehöre eine entsprechende Wertschätzung und ein guter Kontakt. „Wir sehen unsere Leute im Prinzip jeden Tag mehrere Male. So sehen wir auch, wenn es einem unserer Mitarbeitenden nicht gut geht und versuchen dann zu hinterfragen – und wo immer es geht zu helfen.“ Als Zeichen an die Belegschaft habe der Betrieb zum Beispiel eine Kantine als hochwertigen Aufenthaltsraum gebaut – Sonnenplätze inklusive.
Unterstützung von der Politik
Das Unternehmer-Ehepaar, das den 1887 gegründeten Betrieb gemeinsam führt und im Jahr rund zehn Millionen Euro umsetzt, wünscht sich seinerseits Unterstützung von der Politik. „Wir müssen als Land wieder wettbewerbsfähig werden. Das geht nur, wenn wir als Mittelstand und Handwerk tatsächlich entlastet werden“, stimmen die Geschäftsführer überein. „Als Betrieb leiden wir unter den vielen Vorgaben und noch mehr unter den wahnsinnig hohen Kosten.“ Peter und Monika Hofmann denken dabei wiederum auch an ihr Personal. „Wir haben gute Leute. Sie müssen von dem Geld, das sie sich bei uns ehrlich erarbeiten, gut leben können. Wenn aber allein eine Tankfüllung plötzlich das Doppelte kostet, kann dies irgendwann niemand mehr stemmen.“
Wichtig sei gerade für Handwerksbetriebe auch, dass nicht permanent neue bürokratische Belastungen aufgebaut werden. „Die Politik redet immer vom Abbau, das Gegenteil ist der Fall. Wir werden damit immer stärker belastet.“ Ein gutes Beispiel sei etwa die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Hier habe der Staat die Verantwortlichkeit und den Aufwand umgedreht. „Wir als Betrieb müssen uns darum kümmern, dass wir die eAU erhalten. Das kann nicht unsere Aufgabe und unsere Belastung sein.“ Monika Hofmann hat viele weitere bürokratische Vorgänge, die ohne Auswirkungen sofort gestrichen werden könnten. Gerade bei Dokumentationspflichten und Statistik. „Es wäre viel notwendiger, die wirklich wichtigen Dinge richtig zu machen – etwa den Arbeitsschutz, der uns sehr am Herzen liegt.“ Hier könne man sich mit der Verpflichtung eines Dienstleisters pro forma und formal aus der Verantwortung ziehen – wobei damit kein echter Arbeitsschutz und keine Verbesserungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht sind.
Mainleus, 19. März 2026