Grafik Geschäftsklimaindex II. Quartal 2019
HWK für Oberfranken

Oberfränkisches Handwerk hat weiterhin viel zu tun

Erwartungen deuten auf stabile Konjunktur hin - Umfrage der Handwerkskammer für Oberfranken unter 531 Betrieben mit 8.460 Beschäftigten

Oberfranken. Die Geschäfte der oberfränkischen Handwerksbetriebe laufen auch zur Jahresmitte weiterhin hervorragend: 60 % der befragten Betriebe berichten von einer guten, 32,5 % von einer befriedigenden Geschäftslage. „ Das oberfränkische Handwerk hat nach wie vor volle Auftragsbücher und kann seine konjunkturelle Stärke behaupten. Die Wirtschaftslage im Handwerk bleibt also stabil“, bestätigt Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken. „Ein weiteres Wachstum“, so Zimmer weiter, „erwarten die Handwerkerinnen und Handwerker vorerst allerdings nicht.“ Deshalb sei auch der Geschäftsklimaindex leicht um einen Punkt auf den Wert von 118 gesunken.

Erfreulich ist für den Präsidenten die Entwicklung der weiteren Kennzahlen: „Es haben wieder mehr Betriebe ihre Personaldecke erhöht und auch beim Umsatz konnten viele zulegen.“ Fast ein Drittel der Befragten habe den Umsatz gesteigert, weitere 57 % konnten ihn konstant halten. Insgesamt ist die Nachfrage nach Handwerkerleistungen höher als im Vorquartal. Allerdings sind die Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Geschäftslage nicht mehr ganz so optimistisch wie in den Vorquartalen. Nur noch 11 % gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage weiter verbessern wird. „Die Handwerkswirtschaft entwickelt sich solide, wächst aber weniger dynamisch“, fasst Thomas Zimmer zusammen.

Spitzenwert: 82 Prozent Kapazitätsauslastung

Obwohl das Konsumklima in den letzten Monaten etwas zurückgegangen ist, konnten die Handwerksbetriebe in Oberfranken ihre Kapazitäten weiter voll auslasten. „Mit 82 % wird der bisherige Spitzenwert aus dem III. Quartal 2018 abermals erreicht und sorgt für volle Auftragsbücher“, berichtet HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller. „Der Auftragsbestand liegt bei 9,2 Wochen und ist damit weiterhin historisch hoch“. Während der exportabhängigen Wirtschaft Zollkonflikte, die zunehmende Unsicherheit in der Automobilindustrie, als auch die Abkühlung der Weltkonjunktur zu schaffen machten, sei davon im Handwerk noch wenig zu spüren. Insbesondere die Bau- und Ausbauwerke arbeiten nach wie vor an der Kapazitätsgrenze. Lediglich bei den Zulieferern bekämen erste Unternehmer die konjunkturelle Abkühlung der Industrie zu spüren.

„Um die Handwerkskonjunktur auch weiterhin so stabil zu halten, ist eine mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik notwendiger denn je. Die Sozialbeiträge müssen daher auch zukünftig unter der
40 %-Marke bleiben, der Soli sollte für alle abgeschafft und die Bürokratie verringert werden“, fordert Thomas Koller. Die Pläne des Bundesinnenministeriums, die energetische Gebäudesanierung steuerlich zu fördern, sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Einschätzungen aus einzelnen Handwerkszweigen:

  • Im Durchschnitt aller Branchen ist die Zufriedenheit mit der Geschäftslage weiterhin hervorragend (60 % gut, 32,5 % befriedigend). Im Umkehrschluss heißt das: Nur jeder 13. Betrieb vermeldet eine schlechte wirtschaftliche Lage.
  • In den Bau- und Ausbauhandwerken flacht der konjunkturelle Aufschwung nicht ab. Noch nie haben so wenige Ausbauhandwerker eine schlechte Geschäftslage zurückgemeldet (0,5°%).
  • Die leichten Einbußen im Exportsektor und der Automobilbranche schlagen nun auch auf Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs durch. Die Geschäftslage ist zwar nach wie vor gut, allerdings berichten 20 % von schlechten Geschäften.
  • Im Kfz-Handwerk bleibt die Konjunktur hingegen stabil: Jeweils 46 % sind mit ihren Geschäften zufrieden bzw. beurteilen sie als gut.
  • Etwas schlechter fällt das Urteil der Nahrungsmittelhandwerke aus. Dennoch bleibt die Nachfrage weiterhin hoch. Bei 85 % der Befragten ist die Geschäftslage mindestens befriedigend.
  • Verbessert hat sich die Lage bei den Gesundheitshandwerken. Fast zwei Drittel berichten von einer guten Konjunktur, gerade einmal 5,5 % von einer schlechten Geschäftslage.
  • Bei Friseuren und Kosmetikern ist die Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert: 83,5 % sind zufrieden.

Bayreuth, 12.07.2019



Ansprechpartner

Benedikt Helldörfer M.A., M.Sc.
Abteilungsleiter

Tel. 0921 910-188
Fax 0921 910-45188
benedikt.helldoerfer--at--hwk-oberfranken.de



Downloads



Informationen

Die HWK für Oberfranken veröffentlicht regelmäßig aktuelle Wirtschaftsdaten aus dem oberfränkischen Handwerk. Die Konjunkturberichte vergangener Quartale finden Sie hier .