Tablet mit Ansicht von Daten zur Geschäftslage in den einzelnen Handwerkszweigen der HWK

Konjunktur I. Quartal 2026Oberfränkisches Handwerk trotzt (noch) dem aufziehenden Sturm

Das Handwerk in Oberfranken meldet für das I. Quartal 2026 im Jahresvergleich robuste Zahlen und reagiert (noch) nicht auf die schwierige geopolitische Lage. Die Konjunkturumfrage unter 409 Betrieben mit 8.908 Beschäftigten lieferte jahres-typisch positive Zahlen im Vergleich zum Vorquartal. Sie bleibt so auf einem vergleichbaren Niveau des I. Quartals 2025. „Das oberfränkische Handwerk hält sich im Jahresvergleich zwar konstant und die zunehmenden Auftragseingänge sowie die leichte Erhöhung des Auftragsbestandes sind positiv zu bewerten. Der Blick nach vorne macht den Betrieben bezüglich der herrschenden Krisenszenarien und zögerlichen politischen Entscheidungsfindung jedoch zunehmend Sorgen“, so HWK-Präsident Matthias Graßmann. Daher sei es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Stimmung deutlich nach unten kippen und sich die Geschäftslage noch weiter verschlechtern könne. Graßmann: „Nur mit mutigen und vor allem schnellen politischen Entscheidungen pro Wirtschaft und Handwerk ist dies noch abzuwenden.“

Grafik mit Verlaufskurve des Geschäftsklimaindexes von 2018 bis 2026 mit dem Endpunkt 89 Punkte
HWK für Oberfranken

Aktuell bewerten 31 % der befragten Betriebe ihre aktuelle Lage als gut, 5 % weniger als im IV. Quartal 2025. Es zeigt sich eine deutliche Tendenz zur einer nur noch befriedigenden Einschätzung. Allerdings war die Bewertung im Vergleichsquartal des Vorjahres deutlich negativer.

Die Erwartungen zeigen eine positive Tendenz. 22 % der Betriebe rechnen zukünftig mit einer guten Geschäftslage, der beste Wert seit dem I. Quartal 2019. „Dies zeigt deutlich, dass unsere Betriebe auch in einem momentan sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, insbesondere was die weiteren Aussichten betrifft, den Kopf nicht hängen lassen“, beschreibt HWK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer die Umfrageergebnisse. „Deutlich wird allerdings auch, wie nahe Hoffnung und Zweifel im oberfränkischen Handwerk zusammenliegen,“ so Bauer. 23 % der Betriebe erwarteten eine schlechte Geschäftslage. Dies sei der höchste Wert seit dem I. Quartal 2020.



Auftragseingänge erholen sich

Während die Konjunkturindikatoren „Beschäftigung“ und „Umsatz“ fast identische Vorjahreswerte zeigen, lassen die Auftragseingänge Raum für Hoffnung. Die Beschäftigungssituation zeigt keine großen Schwankungen zum Vorjahresvergleich. Beim Umsatz melden 40 % der befragten Betriebe gesunkene Zahlen. Das sind 6 % mehr als im Vorquartal. Nur noch 14 % verzeichnen einen Anstieg (5 % weniger). Die Auftragseingänge steigen und zeigen auch im Vergleich zum Vorjahresquartal eine positive Entwicklung. 17 % der Betriebe melden gestiegene Auftragseingänge, ein Plus von 2 % zum Vorquartal und 5 % zum I. Quartal 2025. 34 % der Betriebe melden jedoch gesunkene Auftragseingänge. Dennoch steigt der durchschnittliche Auftragsbestand leicht von 8,4 auf 8,8 Wochen an.

Verlaufsgrafik mit der Auftragslage der Betriebe vom 1. Quartal 2018 bis 1. Quartal 2026
HWK für Oberfranken

Grafik Balkendiagramme mit Angaben zu Beschäftigten, Umsätzen, und Auftragseingängen vom 1. Quartal 2025 bis 1. Quartal 2026
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Rücksetzer bei Auslastung

Die Kapazitätsauslastung fällt mit 3 % deutlich auf 73 % und damit auf das niedrige Niveau des I. Quartals 2025. Immerhin 28,8 % der Betriebe berichten von einer durchschnittlichen Kapazitätsauslastung von 100 % und mehr, jedoch auch 40,9 % von höchstens 70 %. Die Handwerkszweige Gewerblicher Bedarf, Kfz, Nahrung und Gesundheit berichten von über 75 % Auslastung, während Bau und Ausbau noch über 70 % liegen. Frisöre & Kosmetik bilden mit 66,2 % das Schlusslicht.

Verlaufsgrafik durchschnittliche Kapazitätsauslastung vom 1. Quartal 2018 bis 1. Quartal 2026 mit dem Endpunkt bei 73 Prozent
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Einschätzungen aus den einzelnen Handwerkszweigen

  • Gegenüber dem Vorquartal und dem I. Quartal 2025 hat sich die Lage im Bauhandwerk leicht verbessert. Nur noch 18 % der Betriebe beurteilen die Geschäftslage als schlecht.
  • Auch im Ausbauhandwerk bleibt die Lage nahezu unverändert. Mit 81 % geben genauso viele Betriebe wie im Vorquartal ihre Lage als gut oder befriedigend an. Im Vergleich zum I. Quartal 2025 ist das eine Steigerung um 1 %.
  • Im Handwerkszweig Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs verschlechtert sich im Vergleich zum Vorquartal die Geschäftslage weiter um 1 %. Der positive Trend im Vergleich zu den Vorjahresquartalen hält jedoch an und zeigt 13 % weniger negative Einschätzungen zur Geschäftslage.
  • Im Kfz-Handwerk ist die Stimmung zwar schlechter als im Vorquartal (7 % mehr schlechte Einschätzungen). Im Vergleich zum I. Quartal 2025 zeigt sich jedoch eine Stagnation bei der Einschätzung einer schlechten Geschäftslage bei gleichzeitig deutlichem Anstieg von 16 % bei der Einschätzung einer guten Geschäftslage.
  • In den Nahrungsmittelhandwerken verfestigt sich der Abwärtstrend bei der Stimmungslage weiter. 35 % der Betriebe vermelden eine schlechte Geschäftslage an. Im Jahresvergleich fällt diese Entwicklung sehr deutlich aus und verfestigt sich damit seit dem III. Quartal 2024 kontinuierlich.
  • Die Lage der Gesundheitshandwerke hat sich im Jahresvergleich, trotz Rückgang im Vergleich zum Vorquartal, verbessert. 85 % der Betriebe bewerten ihre Lage als gut oder befriedigend.
  • Im Friseur- und Kosmetikhandwerk steigt der Anteil der Betriebe mit mindestens befriedigender Geschäftslage gegenüber dem Vorquartal auf 75 %, bleibt damit jedoch 2 % unter dem Vorjahresniveau von 77 %.


Grafik Balkendiagramme mit Veränderungen der Geschäftslage in den Handwerkszweigen Bau, Ausbau, Gewerblicher Bedarf, Kfz, Nahrung, Gesundheit, Friseure und Kosmetik und Handwerk gesamt
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Grafik mit Balkendiagrammen mit Zahlen zur Geschäftslage in oberfränkischen Städten
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