Rödentals Bürgermeister MarcoSteiner, André Treiber, Bernd Schneider und KreishandwerksmeisterJens Beland.
Martin Rebhan
Jubiläumsurkunde für 100 Jahre (von links): Rödentals Bürgermeister Marco Steiner, André Treiber, Inhaber Bernd Schneider und Kreishandwerksmeister Jens Beland.

Schneiderei Bernd Schneider: Gründung 1925Start-up in der Kegelbahn

Seit 1925 existiert die Bau- und Möbelschreinerei von Bernd Schneider in Rödental. Garanten für diese lange Erfolgsgeschichte sind und waren von Generation zu Generation die gleiche individuelle Orientierung an den Wünschen vieler Stammkunden, die hohe Qualität der hergestellten Produkte und nicht zuletzt das gute Betriebsklima mit familiärer Prägung. „Auf das achten wir immer ganz besonders“, bringt es Inhaber Bernd Schneider auf den Punkt. Besonders ist auch der erste Standort des Betriebes: Die Schreinerei startete unter Rudolf Steiner in den Räumen der Kegelbahn des Brauereigasthofes Grosch in Rödental.

Die Familie Schneider steht vor ihrem Betrieb im Jahr 1935.
Privat
Ein Bild aus der Gründerzeit: Rudolf Steiner mit seinen Töchtern vor der Schreinerei, die nach den ersten Jahren ins Wohnhaus integriert wurde.



Mit einem Tafelwagen zum Kunden

Erst nach Umbauarbeiten am eigenen Wohnhaus zog der Betrieb später dorthin um. „Das waren halt andere Zeiten“, blickt der heutige Inhaber, Schreinermeister Bernd Schneider, mit Stolz auf das zurück, was die beiden Generationen vor ihm geschaffen haben „Damals wurden die fertigen Möbelstücke mit einem Tafelwagen zur Kundschaft transportiert. Hatte man einmal größere Strecken zu überwinden, wie beispielsweise bis nach Thüringen, dann wurden Pferde vorgespannt, die man sich von einem benachbarten Bauern auslieh.“



In dritter Familiengeneration

Bernd Schneider führt die Schreinerei in dritter Familiengeneration. Auf den Gründer Rudolf Steiner folgte im Jahr 1960 dessen Schwiegersohn Lorenz Schneider. Ab 1978 übernahm dann Bernd Schneider die Verantwortung für den Betrieb von seinem Vater – und fühlt sich bis heute dafür verantwortlich. Der 80-Jährige blickt mit ein bisschen Wehmut auf seine Arbeitsjahre zurück. Das Schreinerhandwerk habe sich im Laufe der Jahre sehr stark verändert. „Früher haben wir ganze Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer für unsere Kunden gebaut. Nicht zuletzt durch den Einf luss großer Möbelmärkte und Möbeldiscounter scheuen viele Verbraucher aber den Kostenaufwand für echte Schreinerqualität.“



Auftragsbücher sind voll

Dennoch kann er sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. „Mit der Zeit haben wir uns auf die Produktion und den Einbau von Fenstern spezialisiert.“ Durch die Kooperation mit einigen Bauträgern mangelt es nicht an Aufträgen. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.“ An die vielen Veränderungen hat Bernd Schneider den Familienbetrieb immer wieder angepasst und in den letzten Jahren weiter in seine Werkstatt investiert. Zudem lag ihm seine Belegschaft – momentan arbeiten bei ihm vier Mitarbeiter – immer am Herzen. „Ein gutes kollegiales Verhältnis untereinander ist mir ganz wichtig“, sagt der Schreinermeister. „Deshalb arbeiten wir im Team auch schon viele Jahre eng zusammen.“



Nachfolge ist geregelt

Und noch ein Faktor macht ihn stolz. Mit seinem Enkel André Treiber steht die vierte Generation schon in den Startlöchern, um den Betrieb von seinem Opa zu übernehmen. Der 28-Jährige hat ursprünglich Metallbauer gelernt und sich dann mit dem Werkstoff Holz angefreundet. Momentan absolviert er die Meisterschule, damit für die Betriebsübernahme alles in den richtigen Bahnen läuft. Schneider: „Es freut mich, dass unser alteingesessener Handwerksbetrieb auch nach hundert Jahren weiter existieren wird. In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, einen geeigneten Nachfolger zu finden, insbesondere aus dem eigenen Familienkreis."



 

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