Jakob Distler und Tim Arnold messen mit einem Metermaß eine Betonverschalung aus.
HWK für Oberfranken
Bei der Vorbereitung der Schalungen kommt es auf Schnelligkeit und perfektes Teamwork an: Jakob Distler und Tim Arnold (von links) bei einer Trainingseinheit.

Deutsche Meisterschaft im Handwerk (DMH)Zwei Oberfranken fiebern WM in Shanghai entgegen

Jakob Distler und Tim Arnold kennen sich schon aus der Schulzeit. Dann verloren sie sich aus den Augen, obwohl sie beide nur wenige Kilometer voneinander entfernt, in zwei kleinen Ortschaften in der Fränkischen Schweiz, wohnen. Beide lernten den Beruf des Beton- und Stahlbetonbauers und waren dabei sehr erfolgreich, belegten bei der Deutschen Meisterschaft Handwerk (DMH) auf bayerischer Ebene die Plätze eins und zwei. Jakob Distler holte sich danach noch den Bundessieg.

Die Berufe-Weltmeisterschaft in Shanghai führt beide nun wieder zusammen. Gemeinsam im Team vertreten sie die deutschen Farben in China und treten gegen zehn weitere Nationen in ihrem Gewerk an. Das tun sie mit Stolz, aber auch mit jeder Menge Respekt: „Das ist schon eine andere Liga, in der wir uns nun bewegen“, schildert Jakob Distler die Herausforderung.

Die beiden 20-jährigen fiebern dem Großereignis, das vom 22. bis 27. September stattfindet, schon jetzt entgegen und stecken jede freie Minute in das Training und die Vorbereitungen – in ihren Betrieben, zuhause in der eigenen Werkstatt aber auch bei den zentralen Trainingseinheiten in der Bauinnung in Nördlingen. Damit die Abstimmung im Zweier-Team dann so richtig klappt, haben sich beide schon eine Strategie zurechtgelegt, die sie aber noch nicht verraten wollen.



Das kommt auf sie zu

Auch wenn die Junghandwerker die genaue Aufgabe noch nicht kennen, steht für beide jetzt schon fest: „Da wartet die Endstufe unseres Handwerkes auf uns. Mit der normalen Arbeit im Betrieb hat das nichts mehr zu tun.“ Es wird um komplexe Schalungen gehen, die sie exakt und millimetergenau für die spätere Betonierung vorbereiten müssen. „Da haben wir bis zu neun Tonnen Material zu wuchten“ erklärt Tim Arnold. Und das ist noch nicht alles. „Schon allein aus Sicherheitsaspekten muss die komplexe Geometrie passen, die Schalung darf ja nicht beim Gießen zusammenbrechen“, ergänzt Jakob Distler. Dies werde auch von den Prüfern mit digitalen Messgeräten gecheckt.



Hinzu kommt der Zeitdruck: 22 Stunden haben die beiden Oberfranken für die Aufgabe Zeit – inklusive Betonierung, Bearbeiten des entstandenen Werkstückes – „da muss jede Kante exakt passen“ – und Aufräumen des Arbeitsplatzes. Zudem ist auch das Material, das sie verwenden dürfen, beschränkt. „Viel Verschnitt sollten wir uns da nicht leisten“, sagt Tim Arnold mit einem Lächeln.



Maximal zusammen!

Mittlerweile läuft die heiße Vorbereitungsphase. Wie bei Nationalmannschaften im Sport wurden die beiden Betonbauer auch schon mit einheitlicher Wettkampfkleidung ausgestattet und erhielten professionelle Medientrainings und absolvierten Bausteine zum Teambuilding. Unter dem Mannschafts-Motto „Maximal zusammen!“ steigen Jakob und Tim dann kurz vor Wettkampfbeginn in den Flieger Richtung Osten. Und wie sind ihre Siegchancen? „Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben“, sagen beide unisono, „schließlich repräsentieren wir den Betonbau in Deutschland.“ Ihr Dank geht schon vorab an alle Ausbilder, die sie auf ihrem bisherigen Weg begleitet und individuell gefördert haben. „Ohne diese super Unterstützung wären wir nie so weit gekommen“ sind sich Jakob Distler und Tim Arnold sicher.