Einmütig in dem Bekenntnis zur Meisterpflicht und zu Europa: Vertreter des oberfränkischen Handwerks mit oberfränkischen Abgeordneten des Bundes- und Landtags beim Politischen Dialog der Kammer.
HWK für Oberfranken / S. Dörfler
Einmütig in dem Bekenntnis zur Meisterpflicht und zu Europa: Vertreter des oberfränkischen Handwerks mit oberfränkischen Abgeordneten des Bundes- und Landtags beim Politischen Dialog der Kammer.

Klares Bekenntnis zum Meisterbrief

Politischer Dialog bei der Handwerkskammer für Oberfranken mit Mandatsträgern des Bayerischen Landtags und des Deutschen Bundestages

„Fehlende Rechtssicherheit auf der einen Seite - Überregulierung auf der anderen Seite“, so beschrieb HWK-Präsident Thomas Zimmer die ambivalente Situation, der viele Handwerkerinnen und Handwerker im betrieblichen Alltag ausgesetzt sind. Beim zweiten Politischen Dialog, zu dem alle oberfränkischen Mandatsträger des Bundestags und des Landtags in die Handwerksammer für Oberfranken eingeladen waren, richtete er an die anwesenden Politikerinnen und Politiker einen eindringlichen Appell: „Vertrauen Sie dem Handwerk und seiner Leistungsfähigkeit. Nicht jede Eventualität muss gleich in einen Paragraphen gegossen werden!“

Acht Abgeordnete aus Bundes- und Landtag von CSU, FW, FPD, SPD und AfD waren der Einladung der HWK gefolgt, um mit Handwerkerinnen und Handwerkern vor Ort schwerpunktmäßig über Bürokratie, Wiedereinführung der Meisterpflicht, berufliche Bildung und Digitalisierung im Handwerk zu diskutieren.  Insbesondere die vorgezogene Zahlungspflicht bei Sozialversicherungsbeiträgen oder auch die kostenintensive und stark regulierte Entsorgung von Bauaushub waren Themen, die vielen anwesenden Betriebsinhabern auf den Nägeln brannten. Deren Botschaft ist angekommen. Staatsminister Thorsten Glauber (FW) gab beim Thema Entsorgung von Aushub und Bauabfallen direkt die Zusicherung, dass es hier im Gesetzestext eine „substantielle Änderung“ geben werde.

 „Mehr Netto vom Brutto!"

 Die Diskussion um Steuern und Sozialabgaben gestaltete sich jedoch schwieriger. Die Forderungen des Handwerks sind klar. „Mehr Netto vom Brutto ist das simple Credo“, betonte der HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller. „Eine Reform der Einkommenssteuer und die vollständige Abschaffung des Soli sind notwendige Maßnahmen, um steuerliche Belastungen und Abgaben zu senken -  für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen“, so Koller weiter. Hier jedoch die schnelle Absage aus den Reihen der CSU: Mit dem derzeitigen Koalitionspartner sehe man nicht ansatzweiße eine Chance, die Einkommensteuer zu senken. Immerhin sei der Solidaritätszuschlag ab 2021 für 90 Prozent durch eine entsprechende Freigrenze faktisch abgeschafft.

Wichtigstes Thema des oberfränkischen Handwerks bleibt nach wie vor die Deckung des Fachkräftebedarfs und die Nachwuchssicherung. Das große Fördergefälle zwischen akademischer und beruflicher Bildung verschärfe die Situation weiter, erklärte Thomas Zimmer. Neben Investitionen in die beruflichen Bildungszentren des Handwerks seien daher vor allem auch Maßnahmen notwendig, die Auszubildenden direkt zugutekommen und von denen Studierende seit jeher profitieren. Das seien kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen wie die Bereitstellung von Azubi-Tickets analog zu Semestertickets oder das Errichten von Bildungswohnheimen statt bloßer Studentenwohnheime.

Mit der Digitalisierung wurde beim Dialog ein weiteres elementares Thema angesprochen. Thomas Koller nannte die Digitalisierung sowohl Herausforderung aber auch Chance für alle Handwerksbetriebe in Oberfranken. Jeder der über 75.000 Beschäftigten im oberfränkischen Handwerk sei davon betroffen. Die Integration der Digitalisierung in die berufliche Aus- und Weiterbildung, um so auch die Digitalisierung „in die Breite“ zu bringen, ist daher ein notwendiges Ziel.

 #JAzumMEISTER

Unter dem Motto „Ohne Meister keine Ausbildung“ wurde auch eine Herzensangelegenheit des Handwerks eruiert, die Wiedereinführung der Meisterpflicht in den B1-Gewerken. Der Meisterbrief ist wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Handwerks und steht für Verbraucherschutz, die Sicherung von hohen Qualitätsstandards, die wirtschaftliche Stabilität des Handwerks und für nachhaltiges Unternehmertum. Vor allem aber ist der Meisterbrief die wichtigste Säule der dualen Ausbildung.

Hier bestand weitgehend Einigkeit zwischen den anwesenden Abgeordneten und den Vertreterinnen und Vertretern des Handwerks mit einem klaren Bekenntnis: #JAzuMEISTER!

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