Eine Wand mit bröckelnden Putz legt eine Grundmauer frei.
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Duales StudiumStudiengang "Bauerhalt und traditionelle Werktechniken"

Duales Studium mit Gesellenbrief und Bachelor-Abschluss

Über 70 Prozent der gesamten Bautätigkeit in Deutschland findet im Bestand statt. Damit sind Bauerhalt, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebereich ein wachsendes Geschäftsfeld, das zudem entscheidend dabei ist, die Klimaziele Deutschlands im Gebäudesektor zu erreichen. 

Dem trägt der neue Studiengang "Bauerhalt und traditionelle Werktechniken" (B.A.) Rechnung, den die Handwerkskammer für Oberfranken gemeinsam mit Hochschule Coburg und der Universität Bamberg entwickelt hat. Geplanter Start ist das Wintersemester 2026/2027.

Das deutschlandweit einzigartige Duale Studium verbindet klassische handwerkliche Arbeit und das Praxiswissen aus einer Ausbildung mit akademischem Know-how zu klimafreundlichen Sanierungskonzepten, Baugeschichte und Bauplanung. Es wird sowohl der Gesellenbrief als auch der Bachelortitel erworben.



 

Ansprechpartnerin

Nutzen für Betriebe 

Attraktives Ausbildungsangebot für leistungsstarke Jugendliche

Qualifizierung von Nachwuchskräften, die sowohl traditionelle Werktechniken als auch moderne Planungs- und Bauprozesse verstehen. Damit sind sie für die komplexen Aufgaben bei Umbau, Sanierung und Denkmalpflege bestens gerüstet.

 Nach Abschluss des Studiums sind die Absolventen Expertinnen und Experten rund um praxisgerechte Sanierungskonzepte und dank des übergreifenden Ansatzes mit historischem baugeschichtlichem Fundament, handwerklichem Können und modernem Knowhow in der Lage Schnittstellenaufgaben auszufüllen.

Die Absolventen können den Bauerhalt ganzheitlich planen und umsetzen - und damit über einzelne Gewerke hinaus.

Mögliche Handwerksberufe: Maurer, Schreiner, Stuckateur, Steinmetz und Steinbildhauer, Zimmerer, Maler und Lackierer, Metallbauer, Anlagenmechaniker SHK 

 

Nutzen für Studierende

Praxis und Theorie rund um Sanierungen, Bauerhalt und Denkmalpflege eng verzahnt - zusammen ergibt sich ein spezifisches Knowhow und Expertenwissen

Ideale Qualifikation für Schnittstellenaufgaben und Leitungsfunktionen im Betrieb

Praxisnahe Expertise für die klimapolitisch angestrebte, ressourcenschonende Umbaukultur im Gebäudesektor

Zwei Abschlüsse: Gesellenbrief im Handwerksbetrieb und Bachelor of Arts (B.A.)



Sven Neukamm, Leitung Berufsbildung und Prüfungswesen über den neuen Studiengang:

Durch die einzigartige Verbindung von handwerklicher Exzellenz und wissenschaftlicher Expertise, werden durch den dualen Studiengang neue Experten ausgebildet, die traditionelle Werktechniken beherrschen und zugleich modernste Methoden für die Analyse, Planung und Ausführung von Sanierungsprojekten einsetzen können.

Verbundsstudium - Ausbildung und Studium kombinieren

Im Verbundstudium wird das erste Jahr als Ausbildung komplett im Betrieb absolviert, gefolgt von sieben Semestern an der Hochschule Coburg. Die vorlesungsfreien Zeiten verbringen die dual Studierenden wiederum im Betrieb.

 

Das Wichtigste zum Verbundstudium (Duales Studium)

  • Modell: dual (Bachelor + Ausbildung)
  • Dauer: 4,5 Jahre
  • Voraussetzungen: Ausbildungsvertrag sowie ein Nachweis über das abgeschlossene 1. Ausbildungsjahr im Betrieb sowie eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung 
  • Abschluss: Bachelor of Arts und Gesellenprüfung
  • integrierte Gesellenprüfung:
    1. Teil nach 4 Semestern,
    2. Teil im 6. Semester






Studienaufbau und -inhalte des Dualen Studiengangs

1. Ausbildungsjahr1. - 4. Semester5. Semester6.- 7. Semester
  • reguläre Ausbildung im Betrieb
  • Baugeschichte und historische Werkstoffe (Holz, Mauer, Putz, Naturstein) 
  • klassische Arbeitstechniken
  • architektonische und bautechnische Grundlagen
  • Denkmalpflege
  • digitale Werkzeuge (CAD, BIM, Dokumentationssoftware)
  • Projektphase oder Praxisseminar "Handwerkstechniken" im Rahmen einer ÜLU (nur bei Dualem Studium)
  • betriebliche Ausbildung in vorlesungsfreier Zeit
  • Praktisches Semester (Ausbildung im Betrieb)
  • Konstruktion und Technik
  • Organisation und Recht
  • Restaurierung und Konservierung
  • betriebliche Ausbildung in vorlesungsfreier Zeit


Die Module finden größtenteils an der Hochschule Coburg statt. Einzelne Module werden an der Universität Bamberg angeboten. In Bamberg liegt unter anderem der Fokus auf der Baugeschichte und Werktechniken, in Coburg beispielsweise auf der Entwurfs- und Konstruktionslehre.

Kosten und Vergütung

  • Es fallen keine Studiengebühren an. Der Betrieb entrichtet lediglich einen Semesterbeitrag (inklusive Semesterticket) von 160 Euro.
  • Studierende erhalten die normale Ausbildungsvergütung im 1. Jahr, danach muss auch die Regelstudienzeit vom Betrieb vergütet werden.

So nehmen Sie als Betrieb teil

  • Der Betrieb schließt eine Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule Coburg.
  • Über eine Stellenanzeige und ein Bewerbungsverfahren  werden Verbundstudierende gewonnen.
    • Der Betrieb schließt mit den Studierenden einen Ausbildungs- und einen Bildungsvertrag ab.
  • Die Ausbildung beginnt am 1. September, das Verbundstudium mit dem Wintersemester am 1. Oktober des Folgejahres.
    • Das erste Ausbildungsjahr wird komplett im Betrieb absolviert. Dieses Praxisjahr ist Voraussetzung für die Teilnahme an dem Studiengang.


So wird man dualer Student oder duale Studentin

  • Verbundstudierende melden sich bei der Hochschule Coburg an und legen den Bildungsvertrag sowie einen Nachweis über das erste abgeschlossene Ausbildungsjahr im Handwerksbetrieb vor.
  • Das Verbundstudium beginnt zum Wintersemester am 1. Oktober, vorher müssen die Studierenden bereits ein Jahr betriebliche Ausbildung absolviert haben.