Die Teilnehmer der Schulung "Digitale Fahrwerks- und Achsvermessung" lernten drei unterschiedliche Achsmesssysteme kennen und testeten diese unter Anleitung an unterschiedlichen Fahrzeugen.
HWK für Oberfranken
Die Teilnehmer der Schulung "Digitale Fahrwerks- und Achsvermessung" lernten drei unterschiedliche Achsmesssysteme kennen und testeten diese unter Anleitung an unterschiedlichen Fahrzeugen.

Weit mehr als Spur halten

Falsche Einstellungen beim Fahrwerk wirken sich auch auf die modernen Assistenzsysteme aus - Schulung des KDH übt Umgang mit digitalen Achsmessständen

Bayreuth. Ein schief stehendes Lenkrad oder ungleichmäßig abgefahrene Reifen sind häufige Mängel, die Kunden dazu bewegen, eine Werkstatt aufzusuchen. Mit einer kompletten Fahrwerksvermessung lassen sich die Ursachen schnell auffinden und beseitigen. „Bei der Einstellung des Fahrwerks mit den vom Hersteller vorgegebenen Werten ist allerdings absolute Sorgfalt geboten“, warnt Rainer Hereth, Ausbildungsmeister Kfz-Mechatroniker bei der Handwerkskammer für Oberfranken, der als Referent durch die Schulung „Digitale Fahrwerks- und Achsvermessung“ des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH), Schaufenster Fertigung und Automatisierungstechnologien. Andernfalls drohe weit mehr als nur ein schief stehendes Steuer.

Dank der digitalen Messwerkzeuge ist das exakte Einstellen des Fahrwerks leichter geworden. Allerdings muss das Grundverständnis für die Technik des Messgeräts und für die Fahrwerkskonstruktion natürlich vorhanden sein.
HWK für Oberfranken
Dank der digitalen Messwerkzeuge ist das exakte Einstellen des Fahrwerks leichter geworden. Allerdings muss das Grundverständnis für die Technik des Messgeräts und für die Fahrwerkskonstruktion natürlich vorhanden sein.

Denn immer mehr Fahrzeuge sind mit modernen Fahrassistenzsystemen ausgestattet, deren Sensoren nur dann richtig arbeiten können, wenn das Fahrwerk absolut korrekt eingestellt ist. So erfassen zum Beispiel Weitbereichs-Radarsensoren ihre Hindernisse in einem Abstand von mehreren hundert Metern und stehen durch ihre fahrspurbezogene Ausrichtung in direkter Verbindung mit der geometrischen Fahrachse. Wird diese enge Verbindung bei der Einstellung der Vorder- und Hinterachse nicht beachtet, kann dies fatale Folgen für die Funktion der Assistenzsysteme haben. So könnten die Weitbereichs-Radarsensoren beispielsweise auf der benachbarten Fahrbahn vorausfahrende Fahrzeuge falsch erkennen.

„Ein unberechtigter und natürlich völlig unerwarteter Bremseingriff wäre beispielsweise die fatale Folge“, erläutert Hereth. Bei der korrekten Einstellung des Fahrwerks und der Achsen können Kfz-Werkstätten inzwischen allerdings auf digitale Achsmessstände zurückgreifen. Diese erfassen die Fahrzeuggeometrie in kurzer Zeit dreidimensional, gleichen die Daten mit den Herstellervorgaben ab und stellen die Ergebnisse aufbereitet zur Verfügung. Natürlich aber ist trotz der großen digitalen Unterstützung ein grundsätzliches Verständnis von Aufbau und Funktion der unterschiedlichen Fahrwerkskonstruktionen und Achsbauweisen nach wie vor von Nöten.

„Um der Komplexität und Bedeutung der Fachwerkseinstellung Rechnung zu tragen, haben wir bei der Schulung ,Digitale Fahrwerks- und Achsvermessung‘ theoretische Grundlagen besprochen und diese mit Praxisblöcken an drei unterschiedlichen Achsmesssystemen und mit verschiedenen Fahrzeugen bzw. Fahrwerkssystemen gepaart“, erläutert Oliver Eismann, stellvertretender Projektleiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk an der Handwerkskammer für Oberfranken, das Schulungskonzept. Dadurch war es den Teilnehmern möglich, das hinzugewonnene Wissen gleich in die Praxis zu überführen und erste eigenständige Erfahrungen zu sammeln.

Bayreuth, 14. September 2018



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Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk ist ein gefördertes, bundesweites Projekt, durch das die Digitalisierung im Handwerk vorangetrieben werden soll. Informationen zum KDH gibt es unter handwerkdigital.de



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