Ausbilder*innenkonferenz: "Verändert sich die Arbeitswelt, muss sich auch die Ausbildung und Qualifizierung ändern"

Bundesweiter Austausch im Online-Format gab Einblicke in die Integration digitaler Technologien bereits in der Ausbildung

Bayreuth/Oberfranken, 16. November 2020

Der digitale Veränderungsprozess hat längst in die Werkstätten des Handwerks Einzug gehalten, Handwerker*innen nutzen Technologien und digitale Werkzeuge, die in ihren Betriebsablauf passen und die Arbeiten in ihrem Gewerk vereinfachen oder beschleunigen. „Verändert sich die Arbeitswelt, muss sich auch die Ausbildung und Qualifizierung ändern. Mehr noch: Je früher es uns gelingt, junge Menschen dabei mit einzubeziehen, desto besser und schneller gelingt der Veränderungsprozess“, erklärt Walter Pirk, seitens des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik (HPI), Projektleiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH). Daher habe das KDH mit seinem Schaufenster Fertigung- und Automatisierungstechnologien (FuA), das an der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken angesiedelt ist, die bundesweit erste Ausbilder*innenkonferenz organisiert, bei der den Ausbilder*innen in Technologie- und Bildungszentren aufgezeigt wurde, wie digitale Technologien und Werkzeuge frühzeitig in die Ausbildung der Fachkräfte von morgen integriert werden können.

Da das Konferenzprogramm wegen der Einschränkungen der Corona-Pandemie im Umfang reduziert werden musste, verfolgten die nunmehr  digitale Durchführung mehr als 70 Teilnehmer*innen. Diese  bekamen in Workshops Einblicke in die digitale Lehre in den Ausbildungswerkstätten der HWK für Oberfranken. Ergänzend wurden rechtliche Grundlagen rund um digital zur Verfügung gestellte Unterrichtsmaterialien und praktische Tipps in der modernen Kommunikation thematisiert.

Zu Gute kam den Teilnehmer*innen dabei, dass sich das Schaufenster FuA des KDH an der HWK für Oberfranken zusätzlich zu der Qualifizierung von Betrieben frühzeitig auf die Transformation des digitalen Know-hows in die Ausbildung fokussiert hat. „Wir haben schon mit Start des Projekts KDH bei uns an der Handwerkskammer großen Wert darauf gelegt, unseren Schwerpunkt in der Digitalisierung sichtbar und erlebbar zu machen“, verdeutlicht Dipl.-Ing. Johanna Erlbacher, die an der HWK Projektleiterin für das KDH ist. Daher gebe es einen Showroom für Demonstrationen, einen digitalen Innovationspfad und eben eine sehr intensive Einbeziehung der Ausbildungsmeister und -meisterinnen. Die aus und mit dieser Praxisnähe gewonnene Expertise des KDH wird dadurch schnell und nachvollziehbar in die Ausbildung übertragen.

 

Online-Workshops aus den Werkstätten

Nach einem grundlegenden Vortrag „Urheberrecht und Datenschutz für Vortrags- und Unterrichtsmaterialien“ für alle Teilnehmer*innen und den zwei gewerkeunabhängigen Angeboten rund um die Kommunikation („Regeln im Umgang mit Auszubildenden – Moderne Kommunikation“; „Basiswissen Powerpoint – Praktische Lösungen aus Anwendersicht“) ging es für die Teilnehmer*innen der Ausbildungskonferenz in die vorab ausgewählten, virtuellen Workshop-Räume. Zur Auswahl standen Digitalisierungsmöglichkeiten in der Schweißtechnik, im Bäcker*innen-/Konditor*innenhandwerk, im Maler*innen/Lackierer*innenhandwerk, im Schreiner*innenhandwerk und im Metallhandwerk und Gewerke übergreifend der Einsatz von Dohnen/Multikoptern.  

 

Fazit: Zufriedene Teilnehmer*innen, zufrieden Organisator*innen

„Wir bedauern natürlich, dass unsere ursprünglich über zwei Tage angesetzte, intensive Ausbilder*innen-Konferenz nicht in Präsenz stattfinden konnte, weil ein Stück des Austausches verloren geht“, resümieren Walter Pirk und Johanna Erlbacher. Gleichzeitig aber habe das online umgesetzte Format viel Lob und Zustimmung der Teilnehmer*innen erhalten, die aus dem ganzen Bundesgebiet zugeschalten waren. „Wir wären nicht das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, wenn wir dafür keine digitale Option anbieten könnten, die auch sehr gut funktioniert.“

Digitale Werkzeuge Maler und Lackierer
HWK für Oberfranken

Digitale Werkzeuge Schreiner
HWK für Oberfranken

Gaben intensive Einblicke in die digitalen Werkzeuge in ihren Gewerken: die Ausbildungsmeister Siegfried Frank (oben, Maler- und Lackiererhandwerk) und Matthias Herbolzheimer (unten, Schreinerhandwerk). Fotos: HWK für Oberfranken



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HWK für Oberfranken
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Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk:
Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) unterstützt den handwerklichen Mittelstand bei der Erschließung technischer und wirtschaftlicher Potenziale, die sich aus der digitalen Transformation für das Handwerk ergeben. Zum Abbau von Informationsdefiziten stellt das KDH den Entscheidungsträgern und Fachexperten des Handwerks praxisnahe Informations-, Qualifikations- und Unterstützungsangebote zur Verfügung, die in vier sogenannten Schaufenstern entwickelt und illustriert werden.

Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk ist Teil der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“, die im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.