Marlene Bosold hat jede Menge Arbeit in ihre Ausbildung und ihr Gesellenstück gesteckt. Jetzt ist sie beste Steinmetzin Bayerns. Dazu gratulierten von links HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller, Monolith-Geschäftsführer Christoph Mai, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Alfred Seel, HWK-Präsident Thomas Zimmer sowie der bei Monolith für die Ausbildung zuständige Meister Hartmut Böhler.
Stephan Herbert Fuchs
Marlene Bosold hat jede Menge Arbeit in ihre Ausbildung und ihr Gesellenstück gesteckt. Jetzt ist sie beste Steinmetzin Bayerns. Dazu gratulierten von links HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller, Monolith-Geschäftsführer Christoph Mai, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Alfred Seel, HWK-Präsident Thomas Zimmer sowie der bei Monolith für die Ausbildung zuständige Meister Hartmut Böhler.

Gefühl für den Stein und Interesse an Kunstgeschichte

Die 22-jährige Marlene Bosold aus Bamberg ist Bayerns beste Steinmetzin und Steinbildhauerin

Bamberg. Knüpfel und Meißel, aber auch CAD- und CNC-Steuerungen, das sind die Werkzeuge des Steinmetz und des Steinbildhauers. Das Handwerk gilt als eines der ältesten der Welt und auch wenn sich die Werkzeuge im Laufe der Jahrhunderte verändert haben, sind die Handarbeit und das Gefühl für den Stein immer noch der wichtigste Bestandteil. „Am Ende des Tages sieht man, was man mit seinen eigenen Händen gemacht hat“, sagte Marlene Bosold. Die 22-Jährige, die aus der Nähe von Gießen kommt, ist ein absolutes Talent. Gerade ist sie bayerische Landessiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks geworden und darf sich damit als beste bayerische Steinmetzin und Steinbildhauerin ihres Jahrgangs bezeichnen.

 Eigentlich wollte sie bei der Monolith Bildhauerei und Steinrestaurierung GmbH nur mal ein Praktikum machen. Doch dann ist sie dort hängen geblieben und hat gleich eine Lehre absolviert. Weil sie auf Bayernebene die beste ihres Jahrganges ist, kamen jetzt HWK-Präsident Thomas Zimmer, Hauptgeschäftsführer Thomas Koller und der stellvertretende Kreishandwerksmeister Alfred Seel in die Bamberger Werkstatt, um der Landessiegerin zu gratulieren. Neben Geschenken für die junge Frau gab es auch die Aussicht auf eine Förderung aus der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk. Und auch Firmenchef Christoph Mai erhielt eine Ehrenurkunde, für seine herausragende Ausbildungsleistung. Bereits vor vier Jahren hatte mit der Französin Cecile Verry eine Monolith-Auszubildende den Landessieg errungen.

 Gesellenstück war harte Arbeit

„Ich fühle mich hier sehr wohl und es macht echt viel Spaß“, sagt Marlene Bosold und präsentiert ihr Gesellenstück, zwei sich kreuzende Rippen. Was so abstrakt klingt, war in Wirklichkeit eine Menge Arbeit. 52 Stunden hat sie daran geformt, etwa zur Hälfte im Betrieb, zur anderen Hälfte bei der überbetrieblichen Ausbildung im Kompetenzzentrum für berufliche Bildung im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in Wunsiedel. Zunächst hatte sie ein Modell aus Porenbeton (Ytong) erstellt, dann die Formen mit Schablonen angezeichnet, ehe die Bearbeitung des schweren Sandsteins folgte. „Eigentlich geht diese Arbeit schon weit über ein Gesellenstück hinaus“, lobt sie ihr Chef, Christoph Mai.

 Das Thema Restaurierung habe sie schon immer interessiert. Etwas Künstlerisches sollte es sein, schließlich interessiere sie sich auch für Kunstgeschichte und mit dem Handwerk habe sie ebenfalls geliebäugelt. Also entschloss sich Marlene Bosold nach dem Abitur dem Tipp eines Bekannten zu folgen, der sie mit dem angesehenen Betrieb zusammen brachte. Leider bleibt sie Bamberg „erst einmal“ nicht erhalten, nur noch bis zum Winter. Dann möchte sie an ihre Ausbildung ein Studium der Steinrestaurierung in Köln oder in Stuttgart dranhängen.

 Doch fasziniert ist sie schon von der Tätigkeit der Steinmetzin. Historische Arbeitstechniken gehörten hier genauso zum Arbeitsalltag wie diverse Abläufe auf der Baustelle. Und Marlene Bosold räumt auch mit einem gängigen Vorurteil auf: „Steinmetz, das ist schon lange keine Männerdomäne mehr“, sagt sie. Schließlich gebe es Hilfsmittel genug, um sich die körperliche Schwerstarbeit einfacher zu machen.

 Die Firma Monolith Bildhauerei- und Steinrestaurierung GmbH von Christoph Mai und Roland Heimbach besteht seit 30 Jahren und hat heute rund 50 Beschäftigte. Das Unternehmen hat sich fast ausschließlich auf die Restaurierung konzentriert. Seit mehr als 25 Jahren steht der sensible Umgang mit steinernen Kulturgütern im Mittelpunkt der Tätigkeit. Ob Berliner Dom oder Dresdner Zwinger, ob Ostchor der Nürnberger Lorenzkirche oder das Christiansportal der Kulmbacher Plassenburg: Monolith aus Bamberg war und ist überall beteiligt und hat nicht selten Preise für die hohe Restaurierungsqualität abgeräumt.

Bayreuth, 5. November 2019



Ansprechpartner

Ulrich Förtsch

Tel. 0921 910-186
Fax 0921 910-45186
ulrich.foertsch--at--hwk-oberfranken.de



Download



Weitere Information

Beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks ( PLW - Profis leisten was ) messen sich die Gesellinnen und Gesellen aller Gewerke, die gerade ihre Abschlussprüfung abgelegt haben. Der Wettbewerb wird erst auf Innungs- und Kammerebene, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene ausgetragen.