Handwerkertag1
Christian-Wolfrum-Mittelschule

Handwerk zum Anfassen für Schüler und Schülerinnen

Viel zu tun am fünften Handwerkertag an der Christian-Wolfrum-Mittelschule

Hof. Irgendetwas ist an diesem Tag in der Christian-Wolfrum-Mittelschule anders als sonst. Zahlreiche Personen in verschiedener Berufskleidung betreten das Schulhaus. Es ist Handwerkertag und das bereits zum fünften Mal. An vier praktischen Stationen – Elektro, Dachdecker, Bäcker und Metzger – hatten die Schülerinnen und Schüler der drei achten Klassen Gelegenheit, sich über diese Ausbildungsberufe im Handwerk zu informieren. Unter Anleitung erfahrener Handwerksmeister konnten sie in die Berufe hineinschnuppern.

Schulleiterin Michaela Neumann bedankte sich bei Christian Herpich, Kreishandwerksmeister von Hochfranken, bei Thomas Hager von der Agentur für Arbeit sowie bei Ulrich Lang vom Staatlichen Schulamt für die wieder einmal gelungene Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt standen aber die Schüler, deren Berufschancen sich im Verlauf der vergangenen zehn Jahre deutlich verbessert haben. Ein Grund dafür: Das Handwerk sucht nach Auszubildenden.

Kreishandwerksmeister Christian Herpich hat deswegen vor fünf Jahren den Kontakt zur Christian-Wolfrum-Mittelschule gesucht. „Viele Handwerksbetriebe benötigen dringend Nachwuchs, umgekehrt wissen viele Schüler nicht, welche großartigen Berufe und Karrierechancen es im Handwerk gibt. Das wollen wir mit dem Handwerkertag ändern.“ In seinem weißen Kittel zeigt er den Schülern anschließend, womit ein Metzger und eine Fleischerei-Fachverkäuferin täglich zu tun haben, etwa Brötchen belegen oder Fleischspieße braten.

Vier gemischte Schülergruppen durchlaufen an diesem Vormittag ebenso viele Gewerke. Generell ist das Interesse der Schüler groß, sollen sie sich doch in wenigen Monaten um eine Ausbildungsstelle bewerben. Wie bearbeite ich Dachschiefer? Welches Elektrokabel verwende ich? Wie garniere ich ein Kanapee? All diesen Fragen gehen die Schüler nach. Und so wird ihnen auch der Handwerksberuf nahegebracht. Dabei legen sie selbst Hand an. Handwerk zum Anfassen eben. Genau darin sehen die beteiligten Klassenleiter einen großen Vorteil. „Die Schüler machen etwas – und sehen dann ein Ergebnis direkt vor sich. So etwas ist für sie ungeheuer motivierend“, sind sich die Lehrer einig.

Von Azubi zu Schülerin und Schüler

Zum Erfahrungsaustausch waren außerdem auch einige Auszubildende zur Bäckereifachverkäuferin in die Schule gekommen. Sie machten den Achtklässlern deutlich, dass ihr Beruf nicht nur mit dem eigentlichen Verkauf an der Ladentheke zu tun hat: „Wir bereiten für verschiedene Anlässe auch Kanapees und andere Leckereien vor“, erklärt Bäckermeister und Berufsschullehrer Dieter Wietzel.

Unter dem Strich hat jeder etwas vom Handwerkertag: Die Jugendlichen, das Handwerk und auch die Christian-Wolfrum-Mittelschule. So nutzten einige interessierte Schüler die Kontakte vor Ort, indem sie sich gleich einen Platz für ihr anstehendes Betriebspraktikum im Juli sicherten.



Hof, 15. März 2017