Flüchtlinge in Arbeit bringen: Unterstützt von Christian Ohlraun von der Handwerkskammer, hat Aynalem Lema Keterew aus Äthopien eine Ausbildung zur Fachverkäuferin für Konditorei in der Kaffeerösterei Bogatz begonnen. Mit im Bild links Melanie Gräfner, hauptverantwortlich für den Service-Bereich, rechts die Inhaberin und Chefin, Constanze Bogatz.
HWK
Flüchtlinge in Arbeit bringen: Unterstützt von Christian Ohlraun von der Handwerkskammer, hat Aynalem Lema Keterew aus Äthopien eine Ausbildung zur Fachverkäuferin für Konditorei in der Kaffeerösterei Bogatz begonnen. Mit im Bild links Melanie Gräfner, hauptverantwortlich für den Service-Bereich, rechts die Inhaberin und Chefin, Constanze Bogatz.

Handwerkskammer für Oberfranken verstärkt Engagement für Flüchtlinge

Die Handwerkskammer für Oberfranken verstärkt zu Beginn des Schul- und Ausbildungsjahrs ihr Engagement zur Vermittlung von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, so Handwerkskammer- Präsident Thomas Zimmer, damit eine langfristige Integration von Flüchtlingen mit einer hohen Bleibeperspektive gelingen kann.

Im vergangenen Ausbildungsjahr waren es 50 geflüchtete Jugendliche, überwiegend in Bamberg und Bayreuth, um die sich die Handwerkskammer für Oberfranken in enger Zusammenarbeit mit Partnern wie den Berufsschulen und der Agentur für Arbeit gekümmert hat. Im Ausbildungsjahr 2016/2017 werden es mehr als 190 geflüchtete Jugendliche sein, die von der Handwerkskammer für Oberfranken mit betreut werden.

In enger Zusammenarbeit mit den Berufsschulen in Bamberg, Bayreuth und Lichtenfels übernimmt die Handwerkskammer für 8 Berufsintegrationsklassen den Part der Berufsorientierung. In Bayreuth erfolgt dies zusätzlich in Kooperation mit der Volkshochschule, so Robert Richter, der das Projekt seitens der HWK federführend betreut. Der Unterricht in der Berufsschule wird durch Praxisunterricht in den Schulungswerkstätten der Handwerkskammer für Oberfranken ergänzt. Die Jugendlichen lernen so verschiedene Berufe praktisch kennen und können ausprobieren, welcher Beruf ihnen am besten liegt. Zusätzlich vermittelt die Handwerkskammer den Jugendlichen in dieser Zeit Praktika in verschiedene Handwerksbetriebe.

Eine Klasse mit geflüchteten Jugendlichen betreut die Handwerkskammer für Oberfranken schon im zweiten Jahr. 30 Jugendliche, die bereits einen Ausbildungsplatz haben, werden von Udo Pfadenhauer von der Handwerkskammer während ihrer Ausbildung intensiv betreut und begleitet. Sie bekommen Stützunterricht, sozialpädagogische Betreuung und es wird gemeinsam der Berufsschulunterricht nachgearbeitet.

Ab 2017 kommen bis zu 30 weitere geflüchtete Jugendliche in Bayreuth und Hof dazu, die in den Schulungszentren der Handwerkskammer für Oberfranken zunächst eine Phase der Berufsorientierung durchlaufen, in der sie verschiedene Berufsfelder kennenlernen. Haben sich die Jugendlichen für einen Beruf entschieden, werden sie anschließend gezielt in diesem gewünschten Beruf weiter qualifiziert und es werden ihnen Praktika in Handwerksbetriebe vermittelt.

Auch die Zahl der Ausbildungsverträge zwischen Handwerksbetrieben und geflüchteten Jugendlichen ist seit letztem Jahr von 30 auf heute 60 angestiegen, berichtet Hauptgeschäftsführer Thomas Koller. Dazu kommen weitere 30 Verträge zur sogenannten Einstiegsqualifizierung. Hier handelt es sich um ein berufsvorbereitendes Jahr, das die jugendlichen Geflüchteten in den Handwerksbetrieben und in der Berufsschule durchlaufen. Ihnen stehen Erwin Ott und Christian Ohlraun von der Handwerkskammer für Oberfranken zur Seite. Sie unterstützen die Jugendlichen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen. Sie beraten und sensibilisieren auch Handwerksbetriebe und die Ausbildungsverantwortlichen für die besondere Lage und die besonderen Bedürfnissen von Geflüchteten.

Ältere Flüchtlinge, die bereits Berufserfahrung haben, können zusätzlich an verschiedenen Anpassungs- und Nachqualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Zuvor wird bei dieser Zielgruppe eine Kompetenzfeststellung durchgeführt, um zu wissen, in welchen Bereichen sie konkret Schulungsbedarf haben.

Präsident Zimmer: Die Erfahrungen aus diesem und dem letzten Jahr haben gezeigt, dass eine frühzeitige Sprachförderung und Berufsorientierung, sowie die Unterstützung und Begleitung der ausbildenden Betriebe der Flüchtlinge während der Ausbildung zu den wichtigsten und erfolgversprechendsten Maßnahmen zählen. Dies ist auch Schwerpunkt des Engagements der Handwerkskammer für Oberfranken in diesem Bereich.