Auf dem Weg zur neuen Brille - André Hagen möchte mit individuellem Service punkten.
HWK für Oberfranken
Auf dem Weg zur neuen Brille - André Hagen möchte mit individuellem Service punkten.

Bürokratie-Hürde überwunden

André Hagen erfüllte sich seinen langgehegten Traum vom eigenen Optiker-Geschäft im Zentrum von Bayreuth

„Vor der Arbeit und der Eigenverantwortung war mir nicht bange und auch fachlich hatte ich keinerlei Bedenken. Die Bürokratie allerdings – das war bei der Frage, ob ich mich selbstständig mache, die größte Hürde“, gesteht Augenoptikermeister André Hagen. „Ich hasse Schreibkram, insofern hatte ich vor den bürokratischen Vorgaben die meisten Sorgen“. Diese Bedenken wurden ihm durch die Beratung und Begleitung von Dr. Dirk Haid, Leiter der Betriebswirtschaftlichen Beratung an der Handwerkskammer für Oberfranken, genommen. Seit Anfang September ist Hagen mit einem eigenen Optiker-Geschäft in Bayreuth selbstständig.

„Bei einem Start-up geht es meist nicht ohne fremde Hilfe und kompetente Beratung“, betont Dr. Dirk Haid. „Denn auf einen Gründer warten jede Menge Formalitäten, die er zu bewältigen hat. Fragen nach der Rechtsform, dem Businessplan, der Finanzierung inklusive Fördermittelanträgen oder auch der Existenzsicherung und steuerlichen Aspekten wirken oft als Hemmschuh“.

Unterstützung bei der Existenzgründung

Geholfen hat dem 44-jährigen André Hagen die Existenzgründungsberatung der Handwerkskammer für Oberfranken, weil sie ihm nicht nur viele Formalitäten abgenommen, sondern ihn in seinem Wunsch nach Selbstständigkeit weiter bestärkt und sein Netzwerk erweitert hat. „Ein weiteres Sprungbrett bei der Gründung waren Freunde und mein Steuerberater“, gesteht Hagen. Mit deren Hilfe gelang es, seine Vision vom eigenen Geschäft in einen aussagekräftigen Businessplan fließen zu lassen, der dann nicht zuletzt auch seine Bank überzeugte.

Hagen ist ein Gründer aus Überzeugung. Schon in seiner Schulzeit reifte der Wunsch heran, sich einmal ein eigenes Geschäft aufzubauen. Doch bis dieser Wunsch Wirklichkeit werden konnte, sollte es noch etwas dauern. Er begann zunächst eine Augenoptikerlehre, besuchte die Meisterschule und war danach an verschiedenen Standorten als Betriebsleiter von großen Optikerketten aktiv. Doch dann wurde der Wunsch immer stärker, sich etwas Eigenes aufzubauen: „Ich habe diese Betriebe erfolgreich entwickelt. Warum soll ich nicht das Gleiche für ein eigenes Kind tun?“, stellte er sich immer öfter die Frage. Nachdem diese Entscheidung gefällt war, ging alles relativ schnell. Er kündigte seinen Job, machte sich über einen Businessplan und räumte mit der wertvollen Unterstützung durch die Berater der Handwerkskammer die unliebsame Bürokratie aus dem Weg.

Vom Traum zur Umsetzung des eigenen Ladenkonzeptes

Die Suche nach dem Laden am passenden Standort beanspruchte zwar etwas Zeit. Beim Umbau selbst profitierte Handwerker Hagen von engagierten Handwerkskollegen, die nicht nur flexibel arbeiteten, sondern zudem noch ihre individuellen Ideen in die Ladengestaltung einbrachten. So ging es mit dem Traum vom eigenen Geschäft zügig voran. Nun berät André Hagen zusammen mit einer Vollzeit- und einer Teilzeitkraft sowie zwei Auszubildenden in der Richard-Wagner-Straße in Bayreuth seine Kunden.

Das Geschäft ist gut angelaufen. „Ich möchte Stück für Stück meinen Kundenstamm vergrößern und den Umsatz moderat steigern. Vor allem aber möchte ich den Spaß an meiner Arbeit behalten“, bekennt der Augenoptikermeister. Seine Erwartungen wurden zum Start jedenfalls deutlich übertroffen und so sein Schritt in die Selbstständigkeit belohnt.

Den eingeschlagenen Weg bereut André Hagen jedenfalls nicht: „Der größte Fehler war, nicht schon früher in die Selbstständigkeit gewechselt zu sein und mir vorher zu viele Gedanken über das Für und Wider gemacht zu haben“, bringt er es für all diejenigen auf den Punkt, die sich mit den gleichen Überlegungen beschäftigen. „Irgendwo gehen in einem solchen Prozess und in der Beratung immer wieder neue Türen auf“, schildert er seine Erfahrungen. Vielleicht gehört auch deshalb eine alte, restaurierte Holztür zur neuen Ausstattung in seinem Kundenraum.

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