Jeder an der Kooperation Beteiligte hat sein original unterschriebenes Exemplar der Kooperationsvereinbarung.
HWK für Oberfranken/S. Dörfler
Jeder an der Kooperation Beteiligte hat sein original unterschriebenes Exemplar der Kooperationsvereinbarung.

Kooperation weist neue Wege für die Berufsorientierung

Wirtschaftswissenschaftliches und Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium der Stadt Bayreuth, Handwerkskammer und Bayreuther Handwerk intensivieren Zusammenarbeit

Bayreuth. Drei Partner, ein gemeinsames Ziel: Das Wirtschaftswissenschaftliche und Naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium der Stadt Bayreuth (WWG), die Handwerkskammer für Oberfranken und die Kreishandwerkerschaft Bayreuth ermöglichen Gymnasiasten künftig tiefere Einblicke in das Handwerk und intensivieren damit deren Berufsorientierung. So heißt es: „Wir wollen auch bei den Schülerinnen und Schülern des gymnasialen Bildungswegs frühzeitig Interessen und Fähigkeiten herausbilden, die sowohl für den hiesigen Arbeitsmarkt als auch für das berufliche Fortkommen der jungen Menschen von Bedeutung sind.“ Daher haben für das WWG Bayreuth Schulleiter Hans-Dieter Sippel, die Koordinatorin für Berufliche Bildung, Ute Hupfer, Elternbeirat Oliver Fahsold und Schülersprecher Luca Fahsold, für die Handwerkskammer Präsident Thomas Zimmer und Hauptgeschäftsführer Thomas Koller und für die Kreishandwerkerschaft Bayreuth Kreishandwerksmeister Peter Engelbrecht und Geschäftsstellenleiter Reinhard Bauer eine in dieser Form bislang einmalige Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Zusammenarbeit könnte als Modell für ganz Bayern dienen.

Die Studien- und Berufsorientierung an Gymnasium ist in Bayern als fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel im Lehrplan fest verankert. Beispiele für eine konkrete Umsetzung im Unterricht gibt es bisher aber kaum. Die Kooperation zwischen dem WWG Bayreuth, der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft Bayreuth setzt genau an diesem Punkt an. Sie regelt und schreibt fest, wie die exakte Zusammenarbeit des Gymnasiums mit dem örtlichen Handwerk und der Handwerkskammer aussehen wird. So sind für die Klassen ab der 7. bis hin zur 11. Jahrgangsstufe konkrete Inhalte und Aktionen festgelegt und Verantwortlichkeiten dafür definiert, auch Bayreuther Handwerksbetriebe sind mit eingebunden.

„Alle Aktivitäten innerhalb der Kooperation zielen darauf ab, dass unsere Schülerinnen und Schüler einerseits schon im Unterricht erleben, dass und in welchen Bereichen das vermittelte Wissen konkrete Anwendung findet. Und andererseits sollen sie mit Berufsbildern und Karrierechancen in Kontakt kommen, die bisher nicht explizit in ihrem Fokus standen“, erklärte Schulleiter Sippel. Der Oberstudiendirektor ist seit vielen Jahren im intensiven Austausch mit dem Handwerk vor Ort und hat über HWK-Präsident Thomas Zimmer den Anstoß für die Kooperation gegeben.

Die Kooperation steht, die Vereinbarung ist unterzeichnet. Darüber freuen sich (von links) Studiendirektorin Barbara Fuchs, Kreishandwerksmeister Peter Engelbrecht, Studiendirektor Martin Schmidt, Elternbeirat Oliver Fahsold, HWK-Präsident Thomas Zimmer, die Koordinatorin für Berufliche Orientierung am WWG, Ute Hupfer, Schulleiter Oderstudiendirektor Hans-Dieter Sippel, Oberstudienrätin Barbara Oltarjow-Mayerlen, der Geschäftsstellenleiter der KHS Bayreuth, Reinhard Bauer, HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller und der Leiter des Nachwuchsteams der HWK, Frank Grökel.
HWK für Oberfranken/S. Dörfler
Die Kooperation steht, die Vereinbarung ist unterzeichnet. Darüber freuen sich (von links) Studiendirektorin Barbara Fuchs, Kreishandwerksmeister Peter Engelbrecht, Studiendirektor Martin Schmidt, Elternbeirat Oliver Fahsold, HWK-Präsident Thomas Zimmer, die Koordinatorin für Berufliche Orientierung am WWG, Ute Hupfer, Schulleiter Oderstudiendirektor Hans-Dieter Sippel, Oberstudienrätin Barbara Oltarjow-Mayerlen, der Geschäftsstellenleiter der KHS Bayreuth, Reinhard Bauer, HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller und der Leiter des Nachwuchsteams der HWK, Frank Grökel.

„Die Sensibilisierung der angehenden Abiturienten für das Handwerk und seine hervorragenden Karrierechancen, ist eine meiner Herzensangelegenheiten“, sagte Zimmer. „Weil ich davon überzeugt bin, dass sowohl wir als Handwerk als auch die Schülerinnen und Schüler davon profitieren.“ Im Handwerk gebe es seit jeher anspruchsvolle Aufgaben, durch die weitere Digitalisierung werde es künftig aber noch stärker auf hochspezialisierte und fähige Fachkräfte angewiesen sein. „Daher haben auch Gymnasiasten im Handwerk nicht nur perfekte Karrierechancen, sondern auch Tätigkeiten, die sie entsprechend fordern.“

Zusammenarbeit auf Dauer angelegt

Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung soll auch ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass die Zusammenarbeit auf Dauer ausgelegt ist. „Punktuell gab es ja schon immer Kontakt mit dem WWG Bayreuth und natürlich auch mit den anderen Gymnasien in Oberfranken. Doch wollen wir mit dieser Kooperation jetzt ein langfristiges Miteinander etablieren, das natürlich auch in den anderen Regionen Oberfrankens, Bayerns oder von uns aus auch darüber hinaus umsetzbar wäre“, unterstreicht HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller den Pilotcharakter der Kooperation. Entsprechend wird die Vereinbarung auch seitens des bayerischen Wirtschaftsministeriums mit Interesse beobachtet. Wirtschaftsminister Aiwanger hatte bei einem Besuch der Handwerkskammer signalisiert, zu prüfen, ob daraus ein bayerisches Modellprojekt werden könnte.

Was dies konkret bedeuten könnte, erläuterte Handwerkskammer-Präsident Zimmer: „Würden wir als Modellvorhaben gefördert werden, haben wir die Möglichkeit, diese Zusammenarbeit so weit zu entwickeln, dass sie auch auf andere Gymnasien und Regionen übertragen werden kann.“ Die ersten Signale aus dem Ministerium machten dabei Mut.

Handwerk und Gymnasium – das passt!

Dass Handwerk und Gymnasien prinzipiell zusammenpassen, zeigen die Zahlen: In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Abiturienten, der eine Ausbildung im Handwerk beginnt, mehr als verfünffacht. Inzwischen haben 11,3 Prozent aller Auszubildenden im oberfränkischen Handwerk die allgemeine Hochschulreife, Tendenz steigend. Daher ist für die Kreishandwerkerschaft Bayreuth der engere Zusammenschluss mit dem WWG Bayreuth ein wichtiger Schritt für die Fachkräftegewinnung für morgen. „Wir sind sicher, dass mit Kooperationen wie diesen, das Interesse der Gymnasiasten am Handwerk noch größer wird“, formuliert Kreishandwerksmeister Peter Engelbrecht seine Erwartungen. „Noch wichtiger ist uns allerdings, dass damit die Wertschätzung für das Handwerk steigen wird. Bei den Schülerinnen und Schülern und auch bei deren Eltern.“

  

Auszüge aus der Kooperationsvereinbarung:

  • Die 7. Klassen erleben einen „Tag des Handwerks in der Mathematik“, bei dem sie praktische Anwendungen der Mathematik bearbeiten werden.
  • In den 8. Klassen geht es um die Digitalisierung im Handwerk, die Schülerinnen und Schüler besuchen digital arbeitende Werkstätten des BTZ Bayreuth und das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk.
  • Die 9. Klassen werden (voraussichtlich ab dem Schuljahr 2021/22) innerhalb des Berufsorientierungsprogramms BOP Werkstatttage im BTZ Bayreuth haben.
  • Für die 10. Klassen werden während der Berufsmesse des Handwerks in Bayreuth Praxisworkshops durchgeführt.
  • Die Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft beteiligen sich an der Ausbildungsmesse des WWG Bayreuth, die für die 10. und 11. Klassen organisiert wird.
  • Die 11. Klassen werden durch die HWK und die KHS Bayreuth über Duale Studiengänge im Handwerk informiert.

Bayreuth, 6. Juni 2019



 Ansprechpartner/in

Michaela Heimpel
Leitung Unternehmenskommunikation

Tel. 0921 910 166
Fax 0921 910-45166
michaela.heimpel--at--hwk-oberfranken.de

Frank Grökel
Leitung Ausbildungsberatung und Nachwuchsförderung

Tel. 09281 7263-244
Fax 09281 7263-249
frank.groekel--at--hwk-oberfranken.de



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Mehr über das WWG Bayreuth erfahren Sie auf der Homepage des Schule unter www.wwg-bayreuth.de