Ein starkes Netzwerk für die fränkische Bier- und Weinkultur. 1. Vorsitzender des Vereins Bierland Oberfranken, Landrat Klaus Peter Söllner (Vierter von rechts), die geschäftsführende Vorsitzende Gisela Hansen (Sechste von links) und der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann (Sechster von rechts) zusammen mit weiteren regionalen Akteuren.
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Ein starkes Netzwerk für die fränkische Bier- und Weinkultur. 1. Vorsitzender des Vereins Bierland Oberfranken, Landrat Klaus Peter Söllner (Vierter von rechts), die geschäftsführende Vorsitzende Gisela Hansen (Sechste von links) und der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann (Sechster von rechts) zusammen mit weiteren regionalen Akteuren.

Was Frankens Brauer und Winzer verbindet: beste Qualität und lange Tradition

Mitgliederversammlung des Vereins Bierland Oberfranken mit Neuwahlen und Impulsvortrag durch den Präsidenten des Fränkischen Weinbauverbands

Forchheim. Kontinuität in Zeiten der Veränderung: Bei der Mitgliederversammlung des Vereins Bierland Oberfranken im Forchheimer Winterbauerkeller wurden die drei Vorsitzenden einstimmig im Amt bestätigt. Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, Gisela Hansen von der Meinel-Bräu in Hof und Christof Pilarzyk vom Brauereigasthof Grosch in Rödental führen weiter die Geschicke. Ergänzungen gab es im erweiterten Vorstand des Vereins, neu dabei sind Rainer Prischenk (Regierung von Oberfranken), Nico Cieslar (Referatsleiter Wirtschaft und Tourismus der Stadt Forchheim) und Norbert Heimbeck (Geschäftsführer Genussregion Oberfranken) als Schriftführer.

Vorsitzender Klaus Peter Söllner und die geschäftsführende Vorsitzende Gisela Hansen blickten kurz auf die zurückliegenden Monate zurück. „Die vergangenen zwei Jahre waren für unsere Brauereien besonders hart“, so Söllner und Hansen. Zuerst Corona mit den Lockdowns und den damit verbundenen Einnahmeausfällen, jetzt der Ukraine-Krieg, der auch für die Brauereien in allen Bereichen mit zum Teil erheblichen Kostensteigerungen und Lieferengpässen verbunden ist. Söllner dankte an dieser Stelle – stellvertretend für die Politik – der grünen Bundestagsabgeordneten Lisa Badum für ihre Unterstützung während der Corona-Krise: „Gemeinsam haben wir einen Beitrag geleistet, dass auch die Brauereiwirtshäuser die Corona-Hilfen in Anspruch nehmen konnten.“

Gisela Hansen zeigte sich aber kämpferisch. „Unterkriegen lassen wir Brauer uns natürlich nicht, auch wenn es inzwischen eineinhalb Jahre dauert, bis man einen bestellten Brauereilaster geliefert bekommt.“ Die Brauer stellten sich aber auf die neue Situation ein und hoffen, dass sich die Märkte in den nächsten Monaten wieder entspannen.

Oberfrankenstiftung fördert

Auch der Verein Bierland Oberfranken habe trotz Corona einiges auf den Weg gebracht, so Landrat Söllner. Zusätzlich zu den bestehenden Serviceleistungen des Vereins, wie einer Gebrauchtmaschinenbörse, wurden neben Spenden- und Unterstützungsaktionen für die Brauereien auch Online-Seminare angeboten. Außerdem wurde zum Tag des Bieres (23. April) – als Ersatz für die sonst stattfindenden Feste – der Wettbewerb „Mein schönster Biermoment“ ins Leben gerufen, an dem knapp 100 Bierfans ihre schönsten Bier-Erinnerungsfotos eingesandt haben. Ferner wurden zusammen mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) neue Brauerei-Touren entwickelt, die auch per Bus oder Bahn zu erreichen sind. 

Die Zusammenarbeit mit dem Schwesterverein „Genussregion Oberfranken“ wurde stark intensiviert. Söllner dankte an dieser Stelle der Oberfrankenstiftung, die die Zusammenarbeit beider Vereine finanziell unterstützt. Aktuell werden seitens des Vereins die bestehenden 50 Brauereiwanderungen neu aufgebaut, die die Themen Wandern, Genuss und Braukultur auch touristisch besser vermarkten sollen. Nico Cieslar, Leiter des Tourismusreferates der Stadt Forchheim, stellte anhand des Projekts „Walk of Beer“ exemplarisch dar, wie die Kommunen die fränkische Bierkultur in enger Zusammenarbeit mit den Brauereien auch touristisch verzahnen können. Im konkreten Fall unter Einbindung des berühmten Kellerwalds, dessen Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert zurück reichen.

Franken hat in Sachen Genuss und Kultur allerdings noch ein weiteres, traditionsbehaftetes Standbein: den Weinbau. Artur Steinmann zeigte in einem motivierenden Impuls-Vortrag, wie es in Unterfranken gelang, die Weinkultur zu einem prägenden Bestandteil des Tourismus zu machen. Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands hatte übrigens zunächst zehn Jahre lang bei der Würzburger Hofbräu Bier gebraut, bevor er Anfang der 1990er Jahre den elterlichen Weinbaubetrieb übernahm.

Was für Unterfranken der Wein, ist für Oberfranken das Bier. Jeder Winzer, so Steinmann, habe allergrößten Respekt vor den fränkischen Braumeisterinnen und Braumeistern, die den Prozess der Herstellung von handwerklich gebrautem Bier perfekt beherrschten. Die Tatsache, dass Oberfranken nach wie vor die höchste Brauereidichte der Welt hat und außerdem eine jahrhundertealte Tradition, komme noch dazu. Das verschaffe dem Regierungsbezirk ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Seien es in Unterfranken die vielen Hundert Wein- und Winzerfeste, die dort jährlich stattfinden, seien es in Oberfranken eben Kirchweihen und Volksfeste, und natürlich die Biergärten, die Einheimischen und Touristen die besondere fränkische Bierkultur erlebbar machen. „Mit diesem jahrhundertealten Kulturgut“, so Steinmann, „brauchen wir uns in Franken vor niemandem zu verstecken.“

Forchheim, 20. Juni 2022



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Weitere Informationen

Die Aktivitäten und Angebote des Vereins Bierland Oberfranken und der Bierstraße Oberfranken können unter den Webadressen www.bierland-franken.de verfolgt werden.