HWK

Handwerkskonjunktur bleibt auf Wachstumskurs

Konjunkturbericht III. Quartal 2017 - Hervorragende Geschäftslage auch im Sommer - Umfrage der Handwerkskammer für Oberfranken unter 376 Betrieben mit 6.233 Beschäftigten

Oberfranken. Das oberfränkische Handwerk ist nach wie vor bester Stimmung. Zwar ist der Geschäftsklimaindex im Vergleich zum Vorquartal um 2 Punkte gesunken, erreicht aber mit 129 Punkten immer noch einen Spitzenwert und übertrifft das Jahresmittel von 2016 (123 Punkte) deutlich. „93 % der befragten Betriebsinhaber sind mit ihrer Geschäftslage mindestens zufrieden, über die Hälfte (56 %) bewertet die derzeitige Geschäftslage als gut. Die Zahlen bekräftigen erneut die anhaltende konjunkturelle Stärke unserer oberfränkischen Handwerksbetriebe“, kommentiert der Präsident der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken, Thomas Zimmer, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage.

Nicht nur das weiterhin stabile Konsumklima hält das Handwerk auf Kurs, auch anziehende Investitionen beleben die Konjunktur und kommen vor allem dem Bau- und Ausbaugewerbe zu gute. Vor allem aber die für die Jahreszeit überdurchschnittlich hohen Auftragsbestände dürften ein wichtiger Grund für die derzeitige Entwicklung sein. Dazu Hauptgeschäftsführer Thomas Koller: „Die Auftragsreichweite ist leicht auf durchschnittlich 8 Wochen gestiegen. Ein Rekordwert, der auch die Umsatzerwartungen für das nächste Quartal antreibt. Denn nur ein sehr kleiner Anteil (16 %) der befragten Unternehmen rechnet im Herbst mit einem Rückgang bei den Umsätzen.“

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zeigt ebenfalls weiterhin nach oben: 19 % der befragten Inhaber haben neue Arbeitskräfte eingestellt und weitere 70,5 % haben ihren Beschäftigungsstand konstant gehalten. „Diese Entwicklung zeigt, dass das oberfränkische Handwerk hervorragende Beschäftigungsperspektiven bietet. Allerdings verschärft die hohe Arbeitsnachfrage weiterhin den Fachkräfteengpass im Handwerk“, so Thomas Zimmer.

Trotz der sehr guten Konjunktur ist es für das oberfränkische Handwerk wichtig, dass nach der Bundestagswahl nun zügig eine Regierung gebildet wird. Thomas Koller: „Lange Koalitionsverhandlungen bedeuten einen Stillstand für die Wirtschaft und schüren Unsicherheiten, wie es mit der Steuer- und Wirtschaftspolitik weitergeht. Daher ist es wichtig, dass auch in der neuen Regierung der Fokus wieder stärker auf Handwerk und Wirtschaft gelegt wird und dass bedeutende Zukunftsthemen wie Digitalisierung und berufliche Bildung weiterhin angepackt werden.“

Einschätzungen aus einzelnen Handwerkszweigen:
  • Die Bau- und Ausbauhandwerke stehen abermals im Branchenvergleich an der Spitze und konnten ihre Geschäftslage weiter verbessern. Allen voran vermelden die Ausbauhandwerke Rekordwerte: Knapp drei Viertel (74 %) beurteilen sie als gut, nur 1,5 % der Inhaber weisen eine schlechte Geschäftslage auf.
  • Auch die Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs haben bei der Geschäftslage deutlich angezogen. 95% sind zufrieden, davon berichten sogar 63,5 % von guten Werten.
  • Auch wenn das Kfz-Handwerk in Oberfranken seine Geschäftslage insgesamt zum Vorquartal verbessern konnte, hat sich eine leichte Verschiebung von „gut“ hin zu „befriedigend“ ergeben. Erste Auswirkungen des Dieselskandals scheinen nun auch das Handwerk zu erreichen.
  • Die weniger konjunktursensiblen Nahrungsmittelhandwerke halten auch in der aktuellen Umfrage ihre starke Konjunktur und berichten weiterhin von einer konstant guten Geschäftslage.
  • Einzig die Gesundheitshandwerke mussten im Vorjahresvergleich leichte Einbußen hinnehmen. Insgesamt wird die aktuelle Geschäftslage etwas schlechter beurteilt (-3,5 Prozentpunkte), erreicht mit einem Zufriedenheitswert von 76,5 % dennoch ein akzeptables Ergebnis.
  • Friseure und Kosmetiker vermelden im Branchenvergleich zwar das schwächste Ergebnis, verzeichnen allerdings eine leichte Verbesserung der Geschäftslage (+2,5 Prozentpunkte).

Bayreuth, 10. Oktober 2017

Benedikt Helldörfer M.A., M.Sc.
Assistent der Geschäftsleitung

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