Freuen sich auf den Ausbildungsstart: Bernd Taubenreuther, Juniorchef der Taubenreuther GmbH, Kfz-Mechatronikermeister Manuel Lofink und die künftige Auszubildende Stefanie Pfaffenberger (von links).
HWK für Oberfranken
Freuen sich auf den Ausbildungsstart: Bernd Taubenreuther, Juniorchef der Taubenreuther GmbH, Kfz-Mechatronikermeister Manuel Lofink und die künftige Auszubildende Stefanie Pfaffenberger (von links).

Offroad: Traumjob für Stefanie

Ausbildungsstart im Handwerk: viertes Mal in Folge Plus oder stabiles Niveau - Abwärtstrend bei neuen Ausbildungsverträgen gestoppt!

Kulmbach. Stefanie Pfaffenberger aus Grafengehaig, 16 Jahre alt, hat es geschafft, aus dem eigenen Hobby, der eigenen Leidenschaft für Technik und Fahrzeuge, einen Beruf zu machen. Noch dazu einen in einem ganz besonderen Bereich: Sie beginnt am kommenden Montag, 2. September, ihre Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin bei dem Offroad-Spezialisten Taubenreuther in Kulmbach. Die Taubenreuther GmbH, deren Homepage bezeichnenderweise offraod24.de heißt, ist Spezialist für professionelles Zubehör und Sonderausstattungen von Geländefahrzeugen aller Art. Und steigt ab diesem Herbst erstmals in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses ein.

Egal ob für Jeep, Landrover oder die X- Klasse von Mercedes – bei Taubenreuther werden Seilwinden, Differenzialsperren, Schneepfluganbauten, Kühlaggregaten, Stoßstangen, Stoßdämpfer, Profianwendungen für die Jagd, für die Arbeit im Wald, aber auch Dachzelte für extreme Outdoor-Urlauber eingebaut, angebaut, umgebaut, aber auch gewartet und repariert. Mehr als 14.000 Teile von Markenherstellern aus aller Welt stehen bei Taubenreuther dafür als Sonderausstattung zur Verfügung, natürlich mit den dazu notwendigen Genehmigungen und TÜV-Abnahmen. Und dem dazugehörigen Ersatzteil-Service.

Für Stefanie Pfaffenberger schon fast so etwas wie ein Paradies. „Gerne an Fahrzeugen geschraubt habe ich eigentlich schon immer: An Traktoren, an Mopeds, eigentlich an allem, was ich gefunden habe“, erzählt die 16-Jährige. Die Taubenreuther GmbH hat sie dann bei der Ausbildungsmesse in Kulmbach kennengelernt. „Das Team vor Ort und ich haben uns gleich gut verstanden und als erstes ein Praktikum vereinbart“, skizziert Stefanie Pfaffenberger den Ablauf, bis es zum Ausbildungsvertrag kam. „Das Praktikum hat richtig Spaß gemacht. Die Entscheidung für die Ausbildung ist mir dann natürlich sehr leicht gefallen.“

Ausbildung um Generationenwechsel im Betrieb zu managen

Die Entscheidung des Betriebs, erstmals auszubilden, ist strategisch. „Im Sonderfahrzeugbau spielt Erfahrung und Spezialwissen eine große Rolle“, erklärt Juniorchef Bernd Taubenreuther. „In unserem Unternehmen steht bei den Mitarbeitern in den nächsten zehn, 15 Jahren ein Generationswechsel an. Wir müssen also das Wissen, das sich unsere Mitarbeiter im Betrieb über Jahre erworben haben, ab jetzt kontinuierlich an die nächste Generation weitergeben.“ Mit dem Start in die eigene Ausbildung stellt Taubenreuther  also rechtzeitig die Weichen für die Zukunft des Betriebs. Zudem spielten neue Technologien, die Digitalisierung, Social Media & Co eine Rolle. „Dies alles ist eben auch aus den Handwerksberufen nicht mehr wegzudenken“, so der Juniorchef. „Deswegen passt die Ausbildung zum/r Kfz-Mechatroniker/in perfekt zu uns. Wir sind froh, dass wir ganz ohne Komplikationen eine passende Kandidatin gefunden haben“.

Manuel Lofink, künftig Ausbildungsmeister für Stefanie Pfaffenberger, freut sich auf die neue Herausforderung. Der 26-jährige hat seine Meisterprüfung zum Kfz-Mechatronikermeister 2015 bei der Handwerkskammer in Bayreuth abgelegt. Dass sein erster Lehrling mit Stefanie Pfaffenberger eine Auszubildende ist, findet er nicht ungewöhnlich. „Das spielt bei unserem Gewerk, das zwar bislang männerlastig ist, eigentlich keine Rolle. Es geht vor allem darum, clevere Lösungen zu finden, um die Kundenwünsche zu erfüllen.“ Bereits im Praktikum habe die 16-Jährige gezeigt, dass der Beruf der richtige für sie ist. „Sie hat sich gleich gut angestellt, da mussten wir nicht lange überlegen.“

Leichtes Plus bei neuen Lehrverträgen im Handwerk – Trendwende ist in Sicht

Gut eine Woche vor dem Ausbildungsstart hat die Handwerkskammer 1840 neue Ausbildungsverhältnisse registriert, aktuell eine Steigerung zum Vorjahr um 0,55 Prozent. Nachdem es von 2002 bis 2015 einen deutlichen Abwärtstrend bei den neueingetragenen Ausbildungsverträgen im Handwerk gegeben hat und nun zum vierten Mal in Folge ein Plus oder ein stabiles Niveau erreicht wird, scheint dieser damit nun gestoppt. Das oberfränkische Handwerk startet also mit Rückenwind ins neue Ausbildungsjahr, insgesamt werden bis Ende des Jahres 2019 rund 5.600 junge Handwerkerinnen und Handwerker über alle Lehrjahre hinweg eine Ausbildung im Handwerk absolvieren.

Auch dank zahlreicher Maßnahmen zur Nachwuchswerbung gelingt es dem Handwerk immer mehr, jungen Menschen und ihren Eltern die Ausbildung im Handwerk als gleichwertigen Karriereweg nahezubringen, so Dr. Bernd Sauer, Geschäftsführer bei der Handwerkskammer für Oberfranken. Ausreichen tut dieser Trend aber noch nicht. „Trotz der guten Entwicklung suchen viele Betriebe immer noch nach Azubis, ganz besonders in den Bau- und Lebensmittelhandwerken“, ergänzt Sauer. Denn: Jedes Jahr gehen im Handwerk mehr ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand, als junge Menschen nachkommen.

Für das Handwerk bleibt die Nachwuchsgewinnung damit ein aktuelles Thema, für die neuen Azubis ist das wiederum eine gute Nachricht. Sie haben nicht nur beste Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch auf sehr gute Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk.

Start auch nach dem 1. September möglich

Übrigens haben Jugendliche auch über den 1. September hinaus noch die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Ein Ausbildungsverhältnis kann an jedem Tag im Jahr begonnen werden. Und auch wenn jemand erst im November seine Lehrstelle gefunden hat oder während der Probezeit nochmals seine Lehrstelle wechselt, verliert er deswegen kein Jahr, dies ist auch in den Berufsschulen bekannt und stellt in aller Regel kein Problem dar.

Info: Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, sollte einen Blick in die Lehrstellenbörse auf der Internetseite der HWK für Oberfranken ( www.hwk-oberfranken.de/lehrstellenboerse ) werfen. Sie gibt einen schnellen Überblick, wo unter anderem noch Ausbildungsstellen unbesetzt sind und welche Berufe dabei zur Auswahl stehen. Gerne unterstützen auch die Ausbildungsberater der HWK, wenn Fragen rund um eine Ausbildung im Handwerk anstehen. Aktuell sind in der Lehrstellenbörse 674 offene Lehrstellen enthalten.

Kulmbach/Oberfranken, 27. August 2019



 Ansprechpartnerin

Michaela Heimpel
Leitung Unternehmenskommunikation

Tel. 0921 910 166
Fax 0921 910-45166
michaela.heimpel--at--hwk-oberfranken.de



 Downloads



 Weitere Informationen

Der schnellste Weg, um sich einen Überblick über offene Lehrstellen zu verschaffen, führt über die Lehrstellenbörse der Handwerrkskammer.

Informationen zu allen Berufen finden Sie unter handwerk.de/gewerbe



 Die Ausbildungsberater der HWK für Oberfranken:

Frank Grökel
Leitung Ausbildungsberatung und Nachwuchsförderung

Tel. 09281 7263-244
Fax 09281 7263-249
frank.groekel--at--hwk-oberfranken.de