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HWK für Oberfranken

Vermittler zwischen Betrieben und Regierung

Die betriebswirtschaftliche Beratung der Handwerkskammer für Oberfranken leistete mit ihrer Corona-Hotline schnelle Hilfe in der Krise

Von heute auf morgen war Schluss, Lockdown für weite Teile der Gesellschaft und der Wirtschaft. Mit enormen wirtschaftlichen Folgen. Der Freistaat Bayern und auch der Bund stellten in der Corona-Krise zwar schnell Soforthilfe in Aussicht, doch der Weg zur finanziellen Hilfe gestaltete sich oft sehr schwierig. Davon weiß Dr. Dirk Haid, Leiter der Betriebswirtschaftlichen Beratung der Handwerkskammer für Oberfranken, ein Lied zu singen. Er stand mit seinem Corona-Team den Betrieben ab Mitte März in einer eigens geschaffenen Hotline für Fragen rund um die Unterstützungspakete zur Verfügung – zu Beginn fast rund um die Uhr. „Oft waren wir der verlängerte Arm der Behörden.“

Riesiger Informationsbedarf

Und der Infobedarf war riesengroß. Insbesondere was die Beantragung von Soforthilfe, Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen betraf. Rund 5.000 Anrufe zählte die HWK bei ihrer Hotline, die in der heißen Phase auch an Wochenenden erreichbar war. 60 bis 70 Anrufe pro Berater liefen täglich auf. Hinzu kamen noch hunderte E-Mails mit Spezialfällen. „Es war schon eine anstrengende und manchmal auch belastende Zeit“, so Dr. Haid. „Nicht selten fühlten wir uns auch als Seelsorger, bei Anrufern, die uns ihre Verzweiflung über die Situation, die Enttäuschung über eine Ablehnung der Förderung oder aber die langen Wartezeiten schilderten.“ Denn die angekündigte Soforthilfe kam nicht immer sofort, sondern ließ manchmal bis zu zwei Monaten auf sich warten.

Veränderungen im Stundentakt

„Besonders schwer war es für uns, da sich die Vorgaben und Richtlinien am Anfang täglich, manchmal sogar stündlich änderten. So war es alleine eine Herkulesaufgabe, an die aktuellsten Informationen für unsere Betriebe heranzukommen“, beschreibt Dirk Haid die Situation.
„Im engen Austausch mit den oberfränkischen Wirtschaftskammern und mit der Regierung von Oberfranken gelang es uns allerdings meist, missverständliche Aussagen zu klären und so unseren Betrieben konkret weiterzuhelfen.“

Damit glich das Team der Hotline sicher etwas das Unverständnis und die Verunsicherung aus, die bei vielen Anrufern zu spüren war. „Viele haben die Aussagen in den Medien gehört, sich über weitere Kanäle informiert und haben dabei manchmal völlig widersprüchliche Aussagen erhalten“, zeichnet Haid nach. „Da war guter Rat teuer.“ Daher musste das Team viel Zeit für die Recherche der aktuell gültigen Regelungen in Bund und Land aufwenden. Der Leiter der Betriebsberatung an der HWK für Oberfranken zeigt dafür dennoch Verständnis. „Viele waren von der Situation, die so noch nie dagewesen war, einfach überfordert. Das gilt für die Betriebe ebenso wie für die politisch Verantwortlichen und die Regierungen und Ministerien. Und so hatten wir auch in der Hotline mit viel Ungewissheit und langen Arbeitstagen zu kämpfen“, schildert Dirk Haid.

Gemeinsam an einem Strang

Trotz aller Belastung habe es aber auch viel Spaß gemacht, den Betrieben konkret zu helfen. Zudem habe man viel Unterstützung innerhalb der einzelnen Wirtschaftskammern und eine unkomplizierte Hilfsbereitschaft und Zusammenarbeit erlebt. „Diese Solidarität, gemeinschaftlich an einem Strang zu ziehen, um anderen zu helfen, sollte unbedingt beibehalten werden“, wünscht sich Dirk Haid für die Zeit nach der Krise. „Auch die große Dankbarkeit vieler Handwerkerinnen und Handwerker oder die wertvollen Kontakte, die wir über die sachliche Beratung hinaus knüpfen konnten, möchte ich nicht missen.“

Denn über eines ist sich Dirk Haid sicher. Mit dem vorläufigen Ende der Corona-Hotline wird die Nachfrage nach betriebswirtschaftlicher Beratung nicht nachlassen. Die Beratungstätigkeit bleibe weiter spannend, gerade jetzt, wenn man sich aus der „Konservierungsphase“ herausbewege. „Jetzt geht es eben darum, Gespräche zur Krisenbewältigung zu führen oder aber Gründer zu beraten, die in dieser Krise eine Chance für die Zukunft sehen.“

 Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. (Univ.) Dr. rer. pol. Dirk Haid
Abteilungsleiter

Tel. 0921 910-143
Fax 0921 910-379
dirk.haid--at--hwk-oberfranken.de