2018_I_Geschäftsklimaindex
HWK

Starke Handwerkskonjunktur trotz leichter Einbußen

Konjunktur im oberfränkischen Handwerk - I. Quartal 2018

Umfrage der Handwerkskammer für Oberfranken unter 457 Betrieben mit 6.390 Beschäftigten

Oberfranken. Die Handwerkskonjunktur schließt im I. Quartal 2018 äußerst robust. Mit 123 Punkten markiert der Geschäftsklimaindex weiterhin einen der besten Werte in den vergangenen Jahren, insbesondere für ein I. Quartal. Dazu Handwerkskammerpräsident Thomas Zimmer: "Im Handwerk brummt es nach wie vor. Auch wenn wir einen leichten Rückgang im Vorjahresvergleich beim Geschäftsklimaindex hinnehmen müssen, sind 123 Punkte ein Spitzenwert. Die oberfränkische Handwerkskonjunktur lässt sich trotz eines langen Winters nicht beeinträchtigen und bleibt in ihrer Grundtendenz weiterhin stark."

Zurückzuführen ist der schwache Rückgang beim Index in erster Linie auf etwas vorsichtigere Erwartungen der Inhaber mit Blick auf die kommenden drei Monate. "Nichtsdestotrotz sind die Auftragsbücher im Handwerk gut gefüllt und sorgen für eine hohe Auslastung der Betriebe", ergänzt Thomas Koller, Hauptgeschäftsführer der HWK für Oberfranken. "Der hohe Auftragsbestand sorgt dafür, dass die Betriebe auch in den saisonbedingt ertragsschwächeren Monaten stark ausgelastet sind. Mit einer durchschnittlichen Auftragsreichweite von 8,4 Wochen wird sogar der Stand des Vorquartals übertroffen und damit einer der besten Werte in den letzten 20 Jahren erreicht", so Koller weiter.

Einer der Hauptgründe für die weiterhin robuste Handwerkskonjunktur ist auch der wirtschaftliche Optimismus auf Kundenseite, sagt Thomas Koller. "Die hohen Einkommenserwartungen und die damit einhergehenden Konsumausgaben bei den Handwerkerkunden haben nicht nachgelassen. Solange Verbraucher mit ihrem Ersparten keine nennenswerten Renditen abseits des Aktienmarktes erzielen werden können, wird auch das Handwerk weiterhin von der hohen Anschaffungs- und Investitionsneigung der Haushalte profitieren."

Die anhaltende konjunkturelle Hochphase könnte das oberfränkische Handwerk noch intensiver nutzen, wenn den Betrieben zusätzliche Fachkräfte zur Verfügung stünden. Der stabile Arbeitsmarkt zeigt allerdings, dass vor allem Fachkräfte und Auszubildende fehlen. Thomas Zimmer: "Wir müssen weiter dafür eintreten, die berufliche Bildung insgesamt attraktiver zu machen und ihr Ansehen zu steigern." Die von der Regierung vorgeschlagene Mindestausbildungsvergütung lehnt Zimmer allerdings ab: "Ein Mindestlohn für Azubis, der die regionalen und branchenspezifischen Unterschiede der Gewerke nicht berücksichtigt, würde mehr Schaden anrichten als helfen. Die Höhe der Vergütungen orientiert sich an der Leistungsfähigkeit der ausbildenden Betriebe. Diese Entscheidung muss deshalb bei den Sozialpartnern verbleiben."

Einschätzungen aus einzelnen Handwerkszweigen
  • Trotz des langen Winters befinden sich Bau- und Ausbauhandwerke ungebrochen in Hochkonjunktur und weisen eine noch bessere Geschäftslage als im Vorjahr auf: 93 % bzw. 96 % beurteilen die Geschäftslage als gut oder befriedigend.
  • Ähnliches gilt für Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs. Die Geschäftslage ist nahezu unverändert und wird von über der Hälfte sogar als gut bezeichnet.
  • Leichte Einbußen, aber eine weiterhin starke Geschäftslage zeigen sich beim Kfz-Handwerk. Die Kfz-Betriebe sind in der Werkstatt gut ausgelastet. Der Handelsbereich war im Winterquartal jedoch verhalten, vor allem bei den Dieselfahrzeugen blieb die Nachfrage aus.
  • Die Nahrungsmittelhandwerke stehen nach wie vor gut da. Vor allem investierende Betriebe im Lebensmittelhandwerk melden gut laufende Geschäfte. Zwar ist die Konkurrenz durch Discounter groß, dennoch können viele Handwerksbetriebe durch den Trend zur Regionalität beim Kunden punkten.
  • Die befragten Betriebe aus den Gesundheitshandwerken verzeichnen bei der Geschäftslage ein schwaches Quartal. Dieser Einbruch scheint sich allerdings nicht fortzusetzen, da über 80 % im nächsten Quartal wieder mit guten Geschäften rechnen.
  • Friseure und Kosmetiker legen hingegen positive Zahlen vor: Bei knapp der Hälfte ist die Geschäftslage aktuell gut, bei weiteren 37,5 % befriedigend.

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