Vollversammlung Juni 2021 15
HWK für Oberfranken/S. Dörfler

Jahresrechnung der HWK: deutliche Dellen durch Corona

Wegen der Einschränkungen fielen vor allem Fortbildungskurse weg - Trotzdem wurde in die vier Bildungszentren investiert

Bayreuth/Oberfranken. Die Handwerkskammer für Oberfranken hat im Jahr 2020 spürbar mit den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie gerungen. Dies wurde bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2020 bei der Vollversammlung der HWK am Montag (21. Juni) deutlich. „Wir haben es zwar mit größten Anstrengungen geschafft, einen Überschuss zu erwirtschaften“, sagte Geschäftsführer Rainer Beck. Im Vergleich zu den Vorjahren fiel das Plus im Verwaltungshaushalt allerdings mit knapp 260.000 Euro gering aus (2019: rund 1,1 Millionen Euro). Der Geschäftsführer warnte zudem: „Auch 2021 werden wir von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sein. Ob wir die bisherigen Einnahmeausfälle im Bildungs- und Weiterbildungsbereich bis zum Ende des Jahres kompensieren können, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Corona-Pandemie im zweiten Halbjahr und im Herbst ab.“

Das Haushaltsvolumen der Handwerkskammer für Oberfranken betrug im Jahr 2020 insgesamt 34,51 Millionen Euro. Auf den Verwaltungshaushalt entfielen 31,48 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt, der die Investitionen und Liegenschaften der HWK umfasst, rund 3,02 Millionen. Im Verwaltungshaushalt schlagen die Corona-Auswirkungen zu Buche: „Wir konnten im Vergleich zu den Vorjahren in 2020 sehr wenige Fortbildungen und Qualifizierungen anbieten – alleine in diesem Bereich haben wir Rückgänge bei den Einnahmen von über 500.000 Euro“, erklärte Beck. Dagegen habe es die Kammer dank des großen Einsatzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschafft, die meisten Maßnahmen der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) durchzuführen. Und das teilweise mit weniger Kosten für die Betriebe. „Wir konnten die Gebühren für die ÜLU-Kurse senken und die Betriebe etwas entlasten, da wir mehr Mittel des ESF (Europäischer Sozial Fonds) erhalten haben.“ Fortgeführt werden konnten auch alle Meisterschulen. „Dabei hat uns auch die schnelle Umstellung vieler Angebote auf Online-Kurse enorm geholfen, wir konnten früh entsprechende Systeme anbieten.“ Ein Schub in der Digitalisierung, der zu Teilen sicher erhalten und fortgeführt werde.

Baustand am Berufsbildungs- und Technologiezentrum Hof: Im Juni 2021 werden die Stützpfeiler für den neuen Anbau gestellt.
HWK für Oberfranken
Baustand am Berufsbildungs- und Technologiezentrum Hof: Im Juni 2021 werden die Stützpfeiler für den neuen Anbau gestellt.

Trotz der angespannten finanziellen Situation hat die HWK auch 2020 in alle Bildungszentren investiert. „Über alle Standorte hinweg haben wir im vergangenen Jahr 1,78 Millionen Euro in die Ausstattung unserer Lehrwerkstätten investiert“, stellte Beck der Vollversammlung Auszüge aus dem Vermögenshaushalt vor. Der Löwenanteil floss mit knapp 850.000 Euro dabei in die Baumaßnahmen am Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Hof, bei dem die Arbeiten zur Modernisierung und für den Teilneubau bereits begonnen haben.

Blick in die Zukunft: ungewiss

Geschäftsführer Rainer Beck schloss die Bilanz mit einem Blick auf den Haushalt 2021 und die folgenden Jahre. „Wir bewegen uns aktuell in einem Spannungsverhältnis: Das Abflauen des Infektionsgeschehens und der Impffortschritt lassen uns auf der einen Seite hoffen, dass das restliche Jahr 2021 nur noch bedingt von Beschränkungen im Lehrbetrieb betroffen sein wird.“ Auf der anderen Seite wisse man nicht, wie sich die Pandemie entwickle, wie sich das Insolvenzgeschehen darstellen werde, wie es mit den Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten weitergehe. Hinzu kommt der hohe Fachkräftebedarf, den die Betriebe haben. Und: „Ab 2023 und 2024 werden wir dann bei den Beitragsveranlagungen die Corona-Jahre spüren.“

In der Jahresrechnung 2020 schlug sich erstmals die veränderte Finanzberichterstattung an die Vollversammlung nieder. So wurden in die Bilanz alle von der Handwerkskammer ausgereichten Darlehen sowohl mit der ursprünglichen Kreditsumme als auch mit dem Kreditstand zum Stichtag der Jahresrechnung aufgenommen und weitere Erläuterungen und Anmerkungen zur besseren Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit integriert. Außerdem wird es nun immer Berichte zu den Tochterunternehmen der Handwerkskammer, der Gewerbetreuhand Steuerberatungsgesellschaft Oberfranken (GTO, Anteil von 50 Prozent) und der IFGO GmbH (100 Prozent) geben.

Bayreuth/Oberfranken, 22. Juni 21



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Die weitere Berichterstattung über die Juni-Vollversammlung der Handwerkskammer finden Sie hier:

 Einigung mit Coburg erreicht

Reinhard Bauer neuer Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken



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