Die Vollversammlung der HWK für Oberfranken für die Wahlperiode 2019 bis 2024 mit Ehrengast Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks.
HWK für Oberfranken/S. Dörfler
Die Vollversammlung der HWK für Oberfranken für die Wahlperiode 2019 bis 2024 mit Ehrengast Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks.

Neue Vollversammlung wählt Führungsteam

Vollversammlung bestätigt bei konstituierender Sitzung einstimmig Thomas Zimmer als Präsident - Vizepräsident Matthias Graßmann vertritt weiterhin die Arbeitgeber, Harald Sattler ist neuer Vizepräsident für die Arbeitnehmer

Bayreuth. Die neu berufene Vollversammlung der Handwerkskammer für Oberfranken hat in ihrer konstituierenden Sitzung Thomas Zimmer als Präsident bestätigt. Zimmer tritt damit seine dritte Amtszeit als Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken an. Ihm zur Seite steht für die Arbeitgeberseite der Vollversammlung wie bisher Vize-Präsident Matthias Graßmann, neu ist mit Harald Sattler der Vizepräsident der Arbeitnehmer. Veränderungen gab es auch im Vorstand der HWK: Michael Klein aus Neuses an den Eichen ersetzt für die Arbeitnehmerseite Jürgen Opel, der aus dem Gremium ausschied.

Gestalten und verantworten gemeinsam die Zukunft der Handwerkskammer: Der Vorstand der HWK für Oberfranken für die Wahlperiode 2019 bis 2024 mit Hauptgeschäftsführer Thomas Koller (links) und Geschäftsführer Rainer Beck (rechts). Für die Geschäftsleitung fehlt Dr. Bernd Sauer.
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Gestalten und verantworten gemeinsam die Zukunft der Handwerkskammer: Der Vorstand der HWK für Oberfranken für die Wahlperiode 2019 bis 2024 mit Hauptgeschäftsführer Thomas Koller (links) und Geschäftsführer Rainer Beck (rechts). Für die Geschäftsleitung fehlt Dr. Bernd Sauer.

Große Kontinuität gepaart mit einer gewissen Portion Veränderung – dieses Resümee lässt sich nach den Wahlen in der konstituierenden Sitzung der neu berufenen Vollversammlung ziehen. Neben dem Präsidenten, den beiden Vizepräsidenten und dem Vorstand bestimmte die 42-köpfige Vollversammlung mit insgesamt 17 neuen Vertretern zudem die Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses und die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses. „Wir freuen uns“, so der alte und neue Präsident der HWK, Thomas Zimmer, „über das große Vertrauen, das die oberfränkische Handwerkerschaft in uns als Vorstand und Präsidium setzt.“

Die Kontinuität sei dabei ein Zeichen, dass der Großteil der Mitglieder mit der Arbeit der Gremien der Handwerkskammer zufrieden sei und das Vertrauen bestehe, dass der Vorstand in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung die Herausforderungen der kommenden fünf Jahre gut meistern werde.

An Bildungswende arbeiten

Diese skizzierte der bestätigte Handwerkskammerpräsident. Das Handwerk müsse in den kommenden fünf Jahren weiter vehement an einer Bildungswende arbeiten, die eine echte Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zur Folge hat. Zimmer zeigte sich optimistisch, dass diese gelinge, da zum einen nun auch in der Gesellschaft der Mangel an qualifizierten Fachkräften ankomme. Und zum anderen auch weitere Bildungspartner sich der beruflichen Bildung zuwenden. „Das zeigt zum Beispiel die Kooperation, die wir als Bayreuther Handwerk jüngst mit dem Wirtschaftswissenschaftlichen und Naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasium der Stadt Bayreuth, kurz WWG, abgeschlossen haben und die in Bayern bislang einzigartig ist“, bekräftigte der HWK-Präsident. In dieser Kooperation wurde vereinbart, dass die Jahrgangsstufen 7 bis 11 des Gymnasiums konkret und praktisch mit dem Handwerk in Berührung kommen. „Wir wollen, dass aus dieser Kooperation ein Modellprojekt für den ganzen Freistaat wird. Unterstützung dafür hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bereits in Aussicht gestellt.“

Modellhaften Charakter sieht Zimmer auch bei der Entwicklung eines intelligenten Lernorts für den HWK-Standort in Coburg. „Es hätte mit Sicherheit eine ordentliche Signalwirkung und Strahlkraft, wenn wir es schaffen würden, in Coburg die Idee eines intelligenten Lernorts, beispielsweise durch die gemeinsame Nutzung von Werkstätten im Rahmen einer Kooperation des Handwerks mit der Hochschule, zu etablieren.“ Daran arbeite die Handwerkskammer gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft in Coburg in den kommenden Monaten und Jahren, damit „wir wirklich langfristig eine attraktive Aus- und Weiterbildungsinfrastruktur in ganz Oberfranken zu gewährleisten können“.

Der alte und neue Präsident der HWK für Oberfranken, Thomas Zimmer, skizzierte vor der Vollversammlung die Herausforderungen, vor denen das Handwerk in Oberfranken und Deutschland steht.
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Der alte und neue Präsident der HWK für Oberfranken, Thomas Zimmer, skizzierte vor der Vollversammlung die Herausforderungen, vor denen das Handwerk in Oberfranken und Deutschland steht.

Ehrengäste zeichnen Thomas Zimmer aus

Die konstituierende Sitzung der Vollversammlung wurde von zwei Gästen begleitet, die beide eine Auszeichnung an HWK-Präsident Thomas Zimmer im Gepäck hatten: Der Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH) Hans Peter Wollseifer zeichnete Zimmer mit dem Handwerkszeichen in Gold aus. Pierre Vera, Präsident der französischen Partnerkammer Chambre de Métiers et de l´Artisanat de l´Aude (CMA) der HWK für Oberfranken würdigte die Verdienste von HWK-Präsident Zimmer für  das französische Handwerk (siehe separate Pressemitteilung) mit der Verleihung der „Goldmedaille der Anerkennung des  Handwerks“. Zimmer ist der erste Träger dieser Auszeichnung außerhalb Frankreichs.

Hans Peter Wollseifer skizzierte in seinem Grußwort kurz die wesentlichen Themen, an denen das deutsche Handwerk aktuell arbeite. Neben dem Anliegen eines Bürokratieabbaus, sei es vor allem die gesellschaftliche Anerkennung, die das Handwerk als „Ausbilder der Nation“ verdiene. „Was unsere Betriebe hier jeden Tag leisten, ist gewaltig. Über diese Leistung, über diesen gesellschaftlichen Wert möchte ich öffentlich diskutieren“, bekräftigte Wollseifer. Wer ausbilde, der übernehme eben nicht nur soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung. Er habe auch hohe Kosten. Der ZDH-Präsident: „Aus diesem Grund fordern wir eine gezielte Entlastungsoffensive für unsere Ausbildungsbetriebe.“ Daneben sei die Meisterpflicht ein Herzensthema des deutschen Handwerks. „Bei der Rückkehr zur Meisterpflicht in möglichst vielen B1-Berufen, für die wir lange gekämpft haben, sind wir jetzt in einer ganz entscheidenden Phase. Wenn alles gut geht, und eine HwO-Novelle tatsächlich Anfang 2020 in Kraft tritt, dann wäre das ein Riesenerfolg für das deutsche Handwerk. Und es würde Fehlentwicklungen der letzten 15 Jahre korrigieren, die dem qualifizierten Handwerk, die dem Verbraucher und die unserem Land geschadet haben.“

Skizzierte in deutlichen Worten die Lage des Handwerks in Frankreich: Pierre Vera, Präsident der französischen Partnerkammer Chambre de Métiers et de l Artisanat de l Aude (CMA) der HWK für Oberfranken (mit Übersetzerin Isabelle Hofmann)
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Skizzierte in deutlichen Worten die Lage des Handwerks in Frankreich: Pierre Vera, Präsident der französischen Partnerkammer Chambre de Métiers et de l Artisanat de l Aude (CMA) der HWK für Oberfranken (mit Übersetzerin Isabelle Hofmann)

Richtete ein Grußwort an die Vollversammlung der HWK für Oberfranken: ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer
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Richtete ein Grußwort an die Vollversammlung der HWK für Oberfranken: ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer

Die Lage des Handwerks in Frankreich

Der Präsident der CMA, Pierre Vera, zeichnete in seinem Grußwort ein kurzes Bild der Lage des Handwerks in Frankreich. Auf der einen Seite verändere sich dort die Kammerstruktur durch verschiedene politische Entscheidungen erheblich, auf der anderen Seite bräuchte das Handwerk, gerade im Departement Aude, das im vergangenen Jahr unter verheerenden Überschwemmungen, Attentaten und Gelbwesten-Aktionen zu leiden hatte, sehr viel Unterstützung. Unterstützung, die die Handwerkskammer auf verschiedenen Wegen anbot und wofür sich der CMA-Präsident bedankte. Vera betonte, dass gerade in bewegten Zeiten, wie sie Frankreich und das Departement Aude gerade erlebten, die jeweiligen Führungskräfte von den positiven Erfahrungen der französisch-deutschen Partnerschaft in Bezug auf Zusammenarbeit, Austausch Teilhabe und vor allem Freundschaft inspirieren lassen sollten. Vera: „Erst dann haben wir ein starkes Europa.“

Bayreuth, 1. Juli 2019



 Ansprechpartnerin

Michaela Heimpel
Leitung Unternehmenskommunikation

Tel. 0921 910 166
Fax 0921 910-45166
michaela.heimpel--at--hwk-oberfranken.de



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 Weitere Informationen

Unter den nachstehenden Links finden Sie weitere Berichte und Inhalte zu den Sitzungen der Vollversammlungen für die Wahlperiode 2014-19 und für die Wahlperiode 2019-24:

Bericht der abschließenden Vollversammlung

Hohe Auszeichnungen für Thomas Zimmer